Frau Modestes Guide zu sehr entspannter Mutterschaft (2)
Der zweite, nicht minder interessante Teil.
Not Working Draft
Daniel schreibt ein Buch. Und zwar sozusagen live. Die ersten zweieinhalb Kapitel klingen interessant, vor allem finde ich sie gut geschrieben. Bin schon gespannt, wie es weiter geht.
Ich habe da was im neuen Jahr.
Apropos Buch. Herm hat seins schon still und heimlich fertiggeschrieben. Die erste, leider nur kurze Beschreibung klingt vielversprechend. Ich hab’s mir schon einmal auf die Wunschliste gepackt.
Rewe und die Ernährungsesoterik von „Besser leben“
Ein typischer Fall von einer fehlgeleiteten Kampagne. Das passiert, wenn in den Agenturen viel zu sehr auf Formalien geachtet wird (Wen spreche ich an? Was ist mein USP? Welchen emotionalen Benefit sollen die Kunden haben? Jadda, jadda, jadda), anstatt einfach mal kreativ zu sein. Besonders bitter, wenn man damit das Image einer Marke kaputt macht, das die vorherigen Marketingmaßnahmen so mühsam aufgebaut haben.
Kommentar? + 0 FB-Shares, 1 FB-Likes, 1 Tweets
Ab morgen bin ich im Krankenhaus.
Komisch. Immer, wenn ich das sage, erschrecken sich die Leute. Es ist nicht schlimm, die Nasenscheidewand muss einfach mal korrigiert werden. So sieht die nämlich momentan aus:
(Entschuldigung für die schlechte Qualität. Mir mangelt’s an einem Professor-Brinkmannschen Röntgenbildsichtgerät.)
Wie man sehen kann (und wie ich netterweise auch visualisiert habe, ja, so bin ich zu euch), ist meine Nasenscheidewand so gerade wie die Nordschleife des Nürburgrings. Wie man darüber hinaus vielleicht sehen kann, verursacht das eine einwandfreie Atmung durch das linke Nasenloch. Durch das rechte allerdings eher nicht.
Dieser Zustand hat zur Folge, dass meine Schleimhäute ständig gereizt sind und ich seit locker einem Jahr dauerhaft eine laufende Nase habe. Was irgendwie ein Teufelskreis ist. Im Herbst hatte ich dann die Nase, nun, voll und bin zum HNO-Arzt gegangen. Nach Untersuchung und CT (mein erstes CT!) kam er zu einem folgenschweren Schluss: „Herr Mirus, wenn der Leidensdruck groß genug ist, sollten Sie sich operieren lassen.“ Ich war ja nun zu ihm gekommen, weil ich leide, also willigte ich noch an Ort und Stelle ein.
Der Vorteil an dieser Operation ist, dass ich sie planen konnte. Ich versuchte daher schon im Oktober, den Termin im Januar auszumachen, damit mein Arbeitgeber den Ausfall – immerhin zwei Wochen – einplanen kann. Leider scheiterte der Terminfindungsversuch im Oktober, weil noch kein Kalender für das Jahr 2013 vorhanden war. (Lest diesen Satz noch einmal! Ich konnte es auch nicht glauben.) Erst Mitte November durfte ich dann endlich ein Schnippel-Date ausmachen.
(Papierkalender! Ich hoffe, die Narkose findet dort nicht mittels Holzhammer statt.)
Es wird mein erster Krankenhausaufenthalt seit bestimmt 28 Jahren sein. Oder um es anders zu sagen: Ich habe nicht die geringste Ahnung, was da auf mich zukommt. Ich will das auch nicht wissen, aber es macht mich trotzdem ein wenig nervös.
Wie auch immer, je nach Internetverfügbarkeit bzw. Mobilfunk-Datenpaket werde ich versuchen, Tagebuch zu führen. Was nicht sofort gepostet werden kann, wird nachgereicht, das auf jeden Fall.
Betet mit mir für eine gute Internetverbindung und leckeres Krankenhausessen! Ach ja, und natürlich für einen guten Operationsverlauf. Danke!
Kommentar? + 0 FB-Shares, 2 FB-Likes, 1 Tweets
Anne hat zur unbedingten Transparenz aufgerufen und diesem Aufruf folge ich doch gerne. Im vergangenen Jahr hatte ich im Schnitt 254 Besucher pro Tag, was ich außerordentlich ordentlich finde. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich erst ab Mai wieder richtig angefangen habe, zu bloggen; was man in den Statistiken auch gut sehen kann.
Wie bei allen Statistiken gilt natürlich, dass sie mit Vorsicht zu genießen sind. Das fängt ja schon bei der Definition von „Besucher“ an. Aber als Näherungswert finde ich die Zahlen gut genug.
So, wie die letzten drei Monate gelaufen sind, möchte ich sehr gerne weitermachen. Ich habe noch dutzende Ideen, ich weiß nur noch nicht, ob und wenn ja, wann ich sie alle umsetzen kann. Aber man soll sich ja Ziele setzen. Meines wäre, im Jahr 2013 eine durchschnittliche Besucherzahl von mindestens 400 pro Tag.
Kommentar? (4) + 0 FB-Shares, 1 FB-Likes, 1 Tweets

Erstdruck 1826 (aus Wikimedia Commons)
Ich kündigte diese Rezension schon an. Auf meinem Nexus 7 ist zufälligerweise das Buch „Aus dem Leben eines Taugenichts“1 von Joseph von Eichendorff installiert. Eines gemütlichen Tages war ich zu faul gewesen, nach Beendigung meiner bisherigen Literatur vom Sofa aufzustehen, also touchte ich mal auf das Buch und fing an, darin zu lesen. Es war demnach ein glücklicher Umstand, der mich zu diesem Werk brachte.
Von der ersten Seite an war ich begeistert. Und zwar von vielen Faktoren. Zunächst von der fast zweihundert Jahre alten (Schrift-)Sprache, die mich faszinierte. Dieser höfliche Umgangston, der zumindest aus meiner heutigen Sicht so erscheint, diese niedlichen Hs hinter den Ts (wie bei Thür, That, Muth) und die vielen Kleinigkeiten, die bei der Rechtschreibreformation um die Jahrhundertwende 1900 geschliffen wurden, so dass man ihnen ihre meist französische Herkunft heute nicht mehr ansieht. Derart begeistert wechselte ich schnell von der mittels OCR eingelesenen Version auf die Originalscans in Fraktur, um noch näher dran zu sein.
Ich fasste ihn, wie außer mir, bei der Brust und sagte: „Vortier, jetzt schert Ihr Euch nach Hause, oder ich prügele Euch hier sogleich durch!“
Was mich natürlich noch mehr begeisterte war die Geschichte. Die schönste Sprache, die besten Dialoge und die coolste Schrift können ja nicht die rund 130 Seiten tragen. Was, nur 130 Seiten? Ja, tatsächlich, die Erzählung schreitet verdammt schnell voran. Es war eine richtige Wohltat, so pointiert etwas lesen können, wo doch heute so vieles nur quantitativ gemessen wird. Gerade im Buchbereich habe ich schon öfter Sachen gehört wie: „Was, achtneunundneunzig für läppische dreihundert Seiten?“ Überraschung, darauf kommt es nicht an! Ich lege keinen Wert auf einen aufgeplusterten Roman à la Frank Schätzing2, auch wenn bei einem E-Book das Gewicht nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.
In dem Garten war schön leben, ich hatte täglich mein warmes Essen vollauf, und mehr Geld, als ich zum Weine brauchte, nur hatte ich leider ziemlich viel zu thun.
Wo war ich? Ach ja, bei der Geschichte. Die ist toll. Es geht um einen Typen, dessen Namen man im gesamten Buch nicht erfährt, der die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt und faul ist. Jedenfalls denkt das sein Vater, der Müllermeister, der ihn weg schickt, damit er ihm wenigstens nicht mehr auf der Tasche liegt. Und so zieht der Kerl los, nur mit seiner Geige bewaffnet, und schlägt sich so durch. Er ist eine Lebemann, man würde heute vielleicht sogar sagen, er wäre ein Lebenskünstler. Der Zufall hilft ihm immer wieder, er bekommt sogar ohne es zu wollen einen angesehen, gut dotierten Job, verliert ob einer unglücklichen Romanze aber wieder die Lust daran und zieht mit Umwegen gen Rom. Hier und dort erlebt er Sachen und kehrt schließlich wieder zurück, wo es dann ein Happy End gibt, das von Eichendorff wohl jeder Lektor rausstreichen würde, wollte er sein Buch in diesem Jahrhundert veröffentlichen.
In der Wikipedia steht, die Geschichte zeige die unterschiedlichen Lebensauffassungen von Romantikern, die wie der Erzähler in den Tag hinein leben, und den Philistern, die „ein bodenständiges, eintöniges und pedantisches Spießbürgerdasein fristen“ und Moralpredigten hielten. Dass die Romantiker immer Oberwasser haben, macht das Buch erst so richtig fluffig.
„Parlez vous français?“ sagte ich endlich in meiner Angst zu ihm. Er schüttelte mit dem großen Kopfe, und das war mir sehr lieb, denn ich konnte ja auch nicht Französisch.
Nicht zuletzt zeigt die Novelle, dass man manchmal Zeit benötigt, das zu finden, was einem wirklich liegt. Der Vater hätte sicherlich gerne gesehen, dass der Erzähler wie er das Müllerhandwerk erlernt. Es scheint aber wohl so zu sein, dass dem Erzähler ein Talent gegeben wurde, Menschen mit seiner unbekümmerten, verbindlichen Art und seinem Geigenspiel zu fesseln. Das festzustellen konnte ihm aber nur gelingen, indem er hinauszog, neue Menschen kennenlernte, Erfahrungen sammelte und so herausfinden konnte, was er vom Leben erwartet und was er zurückgeben kann.
Was der Mensch doch nicht Alles erfährt, wenn er sich einmal hinterm Ofen hervormacht.
Das Buch könnte man problemlos in die heutige Zeit portieren. Vielleicht ist es das, was mich daran am meisten begeistert hat.
Kommentar? + 0 FB-Shares, 2 FB-Likes, 2 Tweets
Der vierte und letzte Teil der besten Tweets 2012 (Teile 1, 2, 3). Hach, das war schön mit euch im Jahr 2012! Ich glaube, 2013 werde ich auf quartärliche Berichterstattung umschwenken.
Kommentar? (1) + 0 FB-Shares, 1 FB-Likes, 0 Tweets
Ihr wisst, vor einigen Wochen installierte ich das Besucherzählgerät Piwik in der Hoffnung, zukünftig ein Tool verwenden zu können, das dem Datenkraken Google nicht noch weitere Informationen über euch mitteilt, sondern nur mit meinem eigenen Server kommuniziert. Um einen Eindruck von der Messgenauigkeit zu bekommen, liefen die beiden Tools parallel. Die Unterschiede sind interessant.
Ich hatte damit gerechnet, dass Google meine Besucherzahl unterschätzt, weil ich vermutete, dass viele den Aufruf mittels Browser-Plugin oder Ähnlichem blocken.1 Tatsächlich scheint Google die Besucherzahl aber zu überschätzen. Das mag zum einen daran liegen, dass ich in Piwik einen Cookie setzen konnte, der mich selbst von der Zählung herausnahm; ein nicht unwesentlicher Faktor *hüstel*. Es scheint aber auch eine unterschiedliche Definition beider Tools zu geben, was ein neuer und was ein wiederkehrender Besucher ist, wobei Piwik strenger ist.
Nichtsdestoweniger werde ich Google Analytics rausschmeißen. Piwik misst zuverlässig genug, die Statistiken sind rundherum brauchbar, dabei aber wesentlich übersichtlicher. Und vor allem muss ich nicht Google ständig alles über euch verraten.
Randnotiz: Ich hatte ja schon länger nicht mehr genauer meine Besucherzahlen betrachtet, weil es sich, nunja, nicht wirklich lohnte. In den vergangenen Wochen ist mir etwas Gravierendes aufgefallen: RSS ist tot. Wenn ich einen Link auf Facebook poste, kommen dreimal mehr Leser (aktiv!) auf die Seite, als dieser Beitrag im RSS-Feed (passiv) abgerufen wird. Nur noch Hardcore-Blogleser scheinen Feeds zu verwenden, der Rest verlässt sich offenbar darauf, über Facebook, Twitter oder andere Kanäle von neuen Einträgen zu erfahren. Ich weiß, keine neue Erkenntnis, aber erschreckend, das auch mit dem eigenen Blog zu erfahren.
Kommentar? (2) + 0 FB-Shares, 1 FB-Likes, 0 Tweets
Einer alten Maya-Sage zufolge soll das regelmäßige Ausfüllen des Jahresendzeitfragebogens Blogger davor bewahren, im Folgejahr ideenlos zu werden. (An dieser Stelle posten die meisten Links zu ihren Fragebögen seit 1864. Ich nicht.)
Kommentar? + 0 FB-Shares, 3 FB-Likes, 1 Tweets
Verarsch mich doch (5)
Eine Unart, so vergrault man sich seine Kunden. Das hat auch ab-in-den-urlaub.de bei mir geschafft: Du klickst bei einem Newsletter auf Unsubscribe, aber damit hört der Newsletterversand nicht auf. Was soll das? Glaubt denn irgendjemand bei diesen Unternehmen tatsächlich, dass man Kunden nur so lange nerven braucht, bis sie irgendwann etwas kaufen? Ist Respekt vor den Wünschen der Kunden aus der Mode?
2013: Das Web zurück erobern
Schon überall verlinkt, aber so etwas hält mich ja nicht davon ab, auch noch einmal darauf hinzuweisen: Johnny möchte sein Internet zurück, Sascha hat es schon auf der re:publica gesagt und überhaupt ist es wichtig: Bloggt mehr, behaltet euren Content auf euren Servern und gebt sie nicht exklusiv an Unternehmen, die von heute auf morgen weg sein könnten (gab es alles schon)!
Frau Modestes Guide zu sehr entspannter Mutterschaft (1)
Mal abspeichern für eventuelle spätere Verwendung.
Volkserziehungs-TV mit der „Tagesschau“
Georg Diez sieht die Tagesschau als Teil des politischen Systems und deshalb nicht in der Lage, darüber objektiv zu berichten. Kann man so sehen. Halte ich allerdings für bescheuerten Unfug.
Lesen, nicht reden
Daniel über das Lesen mittels E-Book und das Papier-Argument Geruch: „Sogar ich liebe Bücher, aber ich liebe Lesen noch mehr.“
Kommentar? + 0 FB-Shares, 1 FB-Likes, 1 Tweets