Man kann es sich heute kaum noch vorstellen, aber als die erste Staffel von Stranger Things 2016 bei Netflix ausgestrahlt wurde, war das ein echter Schockmoment – im positiven Sinn. Die Duffer Brothers haben uns damals etwas vorgesetzt, das eigentlich unmöglich klang: Eine Mischung aus Steven-Spielberg-heile-Welt und Stephen-King-Abgrund, so tief in 80er-Jahre-Nostalgie getunkt, dass man den Walkman förmlich klicken hörte. Das war neu, das war bahnbrechend und angenehm gruselig.
Jetzt, ein knappes Jahrzehnt später, ist mit der fünften Staffel Schluss. Und das ist auch gut so. Es ist das Schicksal jeder Erfolgsserie: Den Punch der ersten Staffel wiederholt man nicht so einfach. Die folgenden Staffeln waren zwar immer spannend und produktionstechnisch auf einem Niveau, das viele Kinofilme blass aussehen lässt, aber das Wow-Gefühl der ersten Stunde war eben weg.
Die letzte Staffel war trotzdem das erwartete Spektakel. Ein bombastisches Finale, das ein bisschen anders ausging als gedacht (ohne zu spoilern). Es ist ein runder Abschluss für ein Projekt, dessen Zeit jetzt auch wirklich gekommen war. Das Hauptproblem ist nämlich, dass die Zeit in der Serie nur halb so schnell verging wie in der Wirklichkeit. Da spielten nun also deutlich erwachsene Menschen Jugendliche. Das musste man sich erst einmal zurechtdenken.
Werde ich mir das Ganze irgendwann nochmal von vorne ansehen? Wahrscheinlich nicht. Schon gar nicht zwei Staffeln am Stück. Die Reifesprünge der Kinder wären wahrscheinlich so krass, dass die gesamte Immersion dahin wäre.
Was bleibt, ist die Erinnerung an eine wirklich gute Zeit und viele Stunden Unterhaltung auf extrem hohem Niveau. Danke für die Trips nach Hawkins und Upside Down! Aber jetzt ist es auch wirklich Zeit für den Abspann.
Vielen Dank fürs Lesen! Du möchtest mir etwas Gutes tun? Du möchtest keinen Beitrag mehr verpassen? Hier findest alle Informationen dazu! 💜


2 Kommentare
Ich fand die Staffel 5 sehr wechselhaft. Da waren Folgen dabei, die ich ungemein spannend fand und wieder andere in denen es mehr dahin plätscherte. Das Ende fand ich durchaus gelungen.
Ja, es ist wie bei Matrix, das erste “Wow” kann man kein zweites Mal haben. Trotzdem freue ich mich durchaus darauf, in 1-2 Jahren die ganze Serie noch mal mit einem Sohn zu gucken, wenn er das passende Alter erreicht hat.
Die Wechselhaftigkeit kann ich unterschreiben. Ich habe für mich getrackt, wie ich die einzelnen Folgen fand:
S05E01 ★★★★☆
S05E02 ★★★☆☆
S05E03 ★★★☆☆
S05E04 ★★★★★
S05E05 ★★★★☆
S05E06 ★★★★☆
S05E07 ★★★★☆
S05E08 ★★★★★
Eigentlich ging der große Spaß erst mit dem Zwischenfinale zum Ende der Folge 4 los.
Und, nun, vielleicht schaue ich mir das alles doch nochmal irgendwann am Stück an. 😀