„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ – kurz WMDEDGT – fragt Frau Brüllen immer am Monatsfünften. Es soll die alte Tradition des Tagebuchbloggens zumindest für einen Tag im Monat beleben. Im Blog von Frau Brüllen werden die Beiträge dann immer gesammelt. Hier ist der aktuelle Monat.
Ein sonniger Mittwoch.
[6:45] Wir sind im Ferienmodus, alles ist eine Stunde später als sonst. Was ich sehr gut finde. Leider haben die Kinder auch in der dritten Woche immer noch nicht den neuen Zeitplan verinnerlicht und sind meistens schon zu den normalen Zeiten wach. Auch heute Morgen krabbelten nach und nach zwei davon in unser Bett. Immerhin ist Platz, die Mutter war schon aufgestanden.
[8:15] Nach Morgentoilette, Frühstück machen, Brotboxen bestücken, Kinder eincremen und allerlei Kleinkram, sind wir abmarschbereit. Wir packen unsere Siebensachen und marschieren los. An der Kreuzung verabschiede ich das Tochterkind, das sich mit ihren Freundinnen trifft. Heute gibt es einen Zoobesuch im Ferienprogramm – in Gelsenkirchen wohlgemerkt. Der Sohn rollert zur Kita, ich fahre mit dem Fahrrad nebenher.
[8:45] Zurück zuhause wechsle ich das Gefährt und steige ins Auto. Ich bringe noch Altglas weg, dann düse ich ins Büro. Es fiept sehr unangenehm, die USV ist defekt. Die jungen Leute, die direkt daneben sitzen, scheint das nicht über Gebühr zu stören, ich hingegen halte den hohen Ton kaum aus. Aber egal, ein Teil von uns muss eh gleich wieder los.
[9:30] Wir fahren nämlich nach Bornheim zu Dreharbeiten im Gewerbegebiet. Was ich nicht ahnte: Wir halten uns mehrere Stunden in der prallen Sonne auf, ringsherum ist nur versiegelte Fläche, Natur findet man nicht. Wir arbeiten bei bestimmt 40, vielleicht 45 Grad prallstem Sonnenschein. Ich spüre richtig, wie der Sonnenbrand entsteht. In den Drehpausen suche ich zwar Schatten, aber es hilft nicht viel.
[13:00] Wir sind fertig, ein Glück. Ich steige ins vorklimatisierte Auto und mache erst einmal: „Aaaah! 😮💨“ Dann fahren wir ein paar Meter ums Eck in die L’Osteria, die Kunden laden uns alle ein, sehr nett. Ich verspeise so eine Wagenradpizza und bin danach erwartungsgemäß mehr als satt.
[15:00] Wir sind zurück im Büro. Das Fiepen ist zum Glück weg, Kollege Sascha hatte sich dem zwischenzeitlich und trotz Urlaub angenommen. Ich erledige noch Dinge, nebenbei laden die Videos der letzten beiden Tage (gestern waren wir auch unterwegs) auf dem Server.
[16:45] Ich breche wieder auf. Die Busladung voller Kinder soll gegen 17 Uhr ankommen und ich plane, Klein-Lea einzusammeln, damit das arme Kind nach so einem langen Tag nicht noch nach Hause laufen muss. Ich halte vorher noch kurz bei DM und hole eine vorher aufgegebene Bestellung ab. (Bequem und in Ruhe zuhause auf dem Sofa alles zusammensuchen und dann schnell auf dem Nachhauseweg einsammeln; das ist für mich die zweitbeste Art einzukaufen nach der Nach-Hause-Lieferung.)
[17:15] Das Kind ist angekommen. Ganz stolz berichtet sie, dass sie die zehn Euro, die wir ihr für eine Portion Pommes oder sowas mitgegeben haben, nicht benötigt habe und nun folglich irgendeinen Tand bei Thalia shoppen gehen könne. Dieser Logik kann ich mich nicht widersetzen. Ich merke schnell, dass es ihr nur ums Einkaufserlebnis geht, sie weiß nämlich gar nicht, was sie eigentlich will. Nach über einer Viertelstunde schlage ich ihr schließlich einen Stift mit vanilleduftendem Radierer vor, den ich immer noch viel zu teuer finde, aber das erscheint mir immer noch als bestmögliches Preis-Geschwindigkeitsverhältnis.
[17:45] Zuhause angekommen, sitzt der Rest der Familie schon beim Abendbrot. Ich bin immer noch satt von der Mittagspizza, aber ein Stück Brot kriege ich trotzdem noch runter.
[18:45] Die Kiddies dürfen nun ins Bett. Umziehen, Zähne putzen, Sandmann gucken, vorlesen, mit der Tochter zehn Mal darüber diskutieren, ob sie ausnahmsweise auf ihrem Sofa schlafen darf, aber da sind doch Spinnen, ja dann schlaf doch in deinem Hochbett, okay, aber ich will doch eigentlich lieber auf dem Sofa, na dann mach das doch, aber was ist, wenn ich herausfalle, herrje. Am Ende schläft sie dann doch wie immer in ihrem normalen Bett.
[20:00] Ich treffe die Frau auf dem Sofa. Wir schauen ins die Tageskatastrophenschau an, dann schalten wir den Fernseher wieder aus. Ich versuche noch, den Feed von Bundesstadt.com zu reparieren, dann machen wir uns auf den Weg ins Bett.
[21:45] Chrrr.
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Beitragsbild: Immo Wegmann/Unsplash


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