Irgendwas mit Fußball, einem Barcamp und komischen Traditionen fremder Kulturen.
Südstadion: Vier Jahre wohnte ich in der Kölner Südstadt, nur ein paar Straßen vom Südstadion entfernt. Wenn ich draußen saß, konnte ich manchmal die Fangesänge hören. Aber es dauerte noch 16 weitere Jahre, bis ich auch einmal in das Stadion komme. Anlass war ein Freund, der Fortuna-Fan ist, und weiß, dass ich es mit dem Bonner SC halte. Und wie es der Zufall will, gastierte Bonn wegen des Pokal-Halbfinales in Köln. Das Spiel ging recht unspektakulär 1:4 aus Bonner Sicht aus. Aber es war sehr nett, nach vielen, vielen Jahren mal wieder so einen Herrenfußballabend zu erleben. Und mal wieder in der Südstadt zu sein war auch schön.

Sportpark Nord: Während ich da so Menschen beim Sporttreiben zusah, kam mir eine Erkenntnis: Ich muss mit den Kindern öfter mal ins Stadion, sonst werden die ja nie Fußballfans! Also schaute ich, wann sich eine Gelegenheit ergäbe. Und die war schon anderthalb Wochen später da. Der Bonner SC spielte zuhause gegen die Zweitvertretung vom großen FC aus der Vorstadt; das alles zur besten Familienzeit um 14 Uhr am Sonntag. Also schnappte ich mir den Nachwuchs, der mit wechselnder Begeisterung dem verdienten 1:0-Sieg beiwohnte. Zumindest der Junge äußerte ein paar Tage später einmal, dass er gerne wieder „Fußball auf dem Rasen sehen“ möchte. Immerhin.
Barcamp zum kommunalen Klimaschutz: Zum zweiten Mal schon durften wir für das Difu ein Barcamp in Köln organisieren, das ich auch moderierte. Das ist schon eine interessante Truppe, die man zum größten Teil nicht auf anderen Barcamps treffen kann. Was nicht heißen soll, dass sie nicht mit Bravour mitmachten, im Gegenteil. Nur bei einem war ich mir nicht so sicher, ob er richtig war. Beim Barcamp gilt gewöhnlich das Arbeits-Du, das nicht nur für eine angenehme Atmosphäre sorgt, sondern auch dazu dient, Hierarchien abzubauen und die Teilnehmenden motiviert, sich aktiv an den Sessions zu beteiligen. In bald 15 Jahren Barcampen habe ich noch nicht erlebt, dass sich einer bei der Vorstellungsrunde hinstellt und der versammelten Mannschaft erklärt, er möge bitte gesiezt werden. Es machte nicht den Eindruck, als hätte er damit die Herzen der anderen gewonnen. Aber muss ja jede:r selbst wissen, wie er:sie sich präsentieren möchte.

Impf: Meine Tetanusimpfung musste seit nur ein paar Jahren aufgefrischt werden. Ich bin meiner Frau sehr dankbar, dass sie darum kümmerte, dass ich einen Impftermin bekomme. Ich war nämlich schon etwas entnervt, nachdem ich vergangenen Herbst erfolglos über Wochen versuchte, einen Termin für eine Grippe- und Coronaimpfung zu bekommen. So ein Termin klappt wohl nur, wenn man persönlich vorspricht. Was ich aber (zum Glück) sehr, sehr selten muss. Nun war ich aber da und beim Piksen stellte man fest, dass FSME auch fällig sei, und ich wäre ja nun schon mal da und hätte einen zweiten Arm, ich könnte doch also, und ich sagte ja, hau rein was geht, und schon hatte ich zwei Arme, die einen Tag lang nicht mehr ganz nach oben bewegt werden konnten.
Tanz in den Mai: Und am Ende des Monats fuhren wir in den „fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs“. Darüber werde ich im Mai-Report berichten. Die Hinfahrt war allerdings gerade noch im April und das ist wichtig für die Geschichte. Wir fuhren ein gutes Stück über Landstraßen hin zu unserem Domizil und lernten in den Dörfern einen uns unbekannten Brauch kennen. Kinder stoppten auf den Hauptstraßen mit selbstgestalteten Absperrungen die Durchfahrt. Beim ersten Fall verstanden wir noch nicht so recht den Zweck. Erst nach längerer Nachfrage war klar, dass die Wegelagerer Geld wollten. Bargeld, keine Karte, ich fragte extra nach. Wir hatten exakt 30 Cent an Münzen dabei. Das reichte für die Weiterfahrt erst einmal. Aber schon beim zweiten Dorf musste ich rufen: „Hallo! Wir sind nicht von hier. Wir haben Geld. Es tut uns leid.“ Worauf uns sinnvollerweise angeboten wurde, bei einer Zahlung von zehn Euro ein Bier als Bonus zu erhalten – fair, aber nicht hilfreich. Wie auch immer, irgendwie sind wir angekommen. Mehr demnächst.
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