von Sarah Wynn-Williams

Sarah Wynn-Williams war jahrelang als Direktorin für Global Public Policy eine zentrale Insiderin bei Facebook und lenkte die Beziehungen des Konzerns zu Regierungen weltweit. In ihrem Buch „Careless People“ beschreibt sie die frühen Jahre des Aufstiegs und den moralischen Verfall innerhalb der Führungsebene. Das Werk sorgt derzeit für massive Kontroversen, da Meta aktiv versucht, die Diskussion darüber zu unterbinden und die Verbreitung der Vorwürfe zu bremsen.
Die Lektüre ist spannend und bedrückend zugleich. Besonders hängen blieb der Satz: „They really could have chosen to do it all different and fix so much of what’s been destructive about Facebook.“ Doch Zuckerberg und seine Führungsebene haben sich aus Desinteresse oder Kalkül für den Weg entschieden, der heute Hass, gesellschaftliche Polarisierung und Genozide befeuert. Wynn-Williams entlarvt eine tiefe Rücksichtslosigkeit, die das Fundament des heutigen Giganten bildet.
Was die Autorin allerdings nicht so eingehend betrachtet, ist ihre eigene Rolle, immerhin war sie sieben Jahre lang in zentraler Position für das Unternehmen tätig. Dennoch ist das Buch eine klare Lektüreempfehlung für alle, die sich beruflich oder mit größerem Interesse mit Social Media beschäftigen. Es zeigt zudem eindringlich auf, wie sehr Sexismus und Belästigungen zum traurigen Alltag in dieser Branche gehören.
Sarah Wynn-Williams: Careless People—A Cautionary Tale of Power, Greed, and Lost Idealism. 382 Seiten, Hardcover 13,99 €, E-Book 12,59 €.


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