Ich war am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag Teil­neh­mer am Busi­ness Run Köln. Fünf Kilo­me­ter rund um das Mün­gers­dor­fer Sta­di­on. Vor zwei Wochen nahm ich am Fir­men­lauf Köln teil, sechs Kilo­me­ter um den Füh­lin­ger See. Und ich bin es leid.

Wie ein Hammel in der Herde fühlt man sich bei einem Firmenlauf
Wie ein Ham­mel in der Her­de fühlt man sich bei einem Fir­men­lauf (Bild: pixabay​.com)

Wir haben uns heu­te mehr­fach gefragt, wie­so man sich das antut:

  • Geld aus­ge­ben. Der Fir­men­lauf kos­te­te schlan­ke 14, der Busi­ness Run sogar 25 Euro pro Teil­neh­me­rin. Es freut sich, wer einen Spon­sor, also zah­len­den Arbeit­ge­ber hat. Soll­te selbst­ver­ständ­lich sein bei einem Fir­men­lauf bzw. Busi­ness Run, ist es aber nicht immer. Hin­zu kom­men even­tu­ell Aus­ga­ben an den Stän­den rund­her­um, ins­be­son­de­re für das obli­ga­to­ri­sche Bier danach.
  • Stress auf Arbeit, damit man recht­zei­tig los kommt. Und man muss recht­zei­tig los, denn es herrscht …
  • Stau und Hek­tik rund um den Ver­an­stal­tungs­ort. Egal, ob mit Auto oder mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln – wenn meh­re­re tau­send Men­schen zur glei­chen Zeit zum glei­chen Ort wol­len, wird es ein­fach eng.
  • Und die­se Men­schen sind dann auch noch alle auf der Lauf­stre­cke. Man wird über­rannt von hun­der­ten Per­so­nen. Auch meh­re­re Start­blocks kön­nen nicht ver­hin­dern, dass Men­schen mit höchst unter­schied­li­chen Geschwin­dig­keits­ni­veaus gleich­zei­tig auf einem schma­len Weg zu ren­nen ver­su­chen. Man ist also stän­dig damit beschäf­tigt, nicht Vor­der­leu­ten in die Hacken zu tre­ten, muss aber gleich­zei­tig auf­pas­sen, beim Aus­wei­chen nicht von hin­ten über­rannt zu wer­den. Anstän­di­ge Geschwin­dig­keit auf­neh­men oder gar ein kon­stan­tes Tem­po lau­fen – nicht machbar.
  • Schließ­lich ist man kom­plett K.O., hat sich wegen der Aus­wei­che­rei voll­stän­dig ver­aus­gabt. Am Rah­men­pro­gramm – so es denn über­haupt inter­es­sant ist – kann man sich nicht erfreu­en. Man ist ja ers­tens K.O. und zwei­tens ver­schwitzt. Duschen – woll­te man sie tat­säch­lich nut­zen – gibt es nur für einen klei­nen Teil der Menschen.

War­um, haben wir uns heu­te gefragt, tref­fen wir uns nicht ein­fach so, ohne Rah­men­pro­gramm, Spon­so­ren und Mas­sen­be­we­gung? War­um lau­fen wir nicht nach Fei­er­abend eine Run­de den Rhein rauf? Wel­che Vor­tei­le hat es, bei einem Fir­men­lauf teil­zu­neh­men? Die Gewin­ne wer­den es nicht sein (der Fir­men­lauf hat nicht ein­mal eine Zeit­mes­sung), der Spaß am Lau­fen ist es sicher auch nicht. Und die Wun­der­tü­te, der Turn­beu­tel mit Spon­so­ren­in­halt (immer drin: unge­sun­de Dick­ma­cher und eine Zeit­schrift, die kei­ner liest) ist es sicher auch nicht.

Ich weiß es nicht. Aber ich wer­de mich nächs­tes Jahr bestimmt wie­der anmel­den. Dann wer­de ich die­sen Bei­trag hier auf­grei­fen und ver­su­chen, das Posi­ti­ve an Fir­men­läu­fen her­aus­zu­ar­bei­ten. Mal sehen, ob mir das gelingt.

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