* Inklusion
Christian Fischer in einem sehr guten Text über das deutsche Schulsystem, das alte Klassen manifestiert und unter anderem daran schuld ist, dass die Herkunft über den Lebensweg entscheidet und nicht die Person. Er schreibt außerdem über Förderschulen und förderungsbedürftige Schüler und über Inklusion: „Während es seit vielen Jahren – mit Zähnen und Klauen verteidigt – superduper wichtig ist, Kinder nach ihren Lern-Fähigkeiten zu sortieren, ist das bei Menschen mit Beeinträchtigungen total egal.“

* Entscheidungen im Job: So trifft man im Zweifel die richtige Wahl
Egal, was dabei herausgekommen ist: Wir bereuen Entscheidungen, die uns vor Veränderungen bewahren, früher oder später stärker als Entscheidungen, die unsere Situation ändern. Oder anders gesagt: Sich etwas zu trauen mag kurzfristig eventuell zu Schaden führen, weil es im Nachhinein eine falsche Entscheidung war. Langfristig jedoch überwiegt der Nutzen, weil wir dann immerhin sagen können, wir hätten es ja wenigstens versucht. Ein schönes Plädoyer für mehr Mut.

* Captchas Are Becoming Ridiculous
Andrew Munsell verzweifelte an reCaptcha und ich kann gar nicht verstehen, wieso. (via Techniktagebuch-Chat)

* aera – breaking history
Die „Simulation einer Live Berichterstattung aus dem Jahr 1914“ veröffentlicht Zeitungsartikel aus verschiedenen Quellen. Und zwar auch das vermeintlich Unwichtige inklusive ausgesuchter Werbeanzeigen. Ein schönes Projekt, das einem ein wenig Einblick in die Lebenswirklichkeit vor einhundert Jahren gibt.

* Meine Laudatio für Jung&Naiv: Die konservative Konterrevolution hat Youtube erreicht
Caspar Clemens Mierau über das Format „Jung & Naiv“, das unlängst einen Grimme-Online-Preis erhielt: „Es ist ein Format, dass sich selbst genügt. Das kann man machen, aber ist es dann eine Revolution des Journalismus? Nein. Es eine Produktion vorbei am Zuschauer, der dieses eben auch quittiert – die Zahlen sprechen für sich. Und es ist das Gegenteil eines Netz-Formates. Es ist die Wiederholung eines klassischen Fernsehmodells. Eine Konterrevolution.“

* Zunehmender Zeitstress verändert Lebensführung und Einkaufsverhalten
„Fast jeder Zweite unter den Jüngeren klagt inzwischen darüber, dass er all das, was er täglich tun muss oder will, nur noch im Laufschritt schafft. Für Ältere ist Zeitknappheit dagegen kaum ein Problem.“ Ich frage mich manchmal, ob es tatsächlich am zunehmenden Zeitdruck liegt oder nur daran, dass unsere Generation der Freizeit einen anderen Stellenwert und eine andere Bedeutung einräumt. Objektiv betrachtet hat sich das Arbeitspensum jedenfalls nicht erhöht. Im Gegenteil verkürzen junge Menschen im Schnitt sogar ihre Arbeitszeit. Es ist wohl eher ein Problem der vielen Möglichkeiten. Man muss nach der Arbeit noch Sport machen, Freunde treffen, ein guter Partner sein, sich weiterbilden etc. und gleichzeitig eine ominöse Work-Life-Balance hinbekommen, zu der einem alle raten. Das erzeugt unheimlich viel Stress und bewirkt am Ende nur eines: Man erholt sich nicht einmal mehr bei der Erholung.

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