Linktipps

* Mittelschicht: Die Kassierer
Der Mittelschicht gehe es gar nicht so schlecht, wie sie gerne tut, schreibt Stefan Willeke. Im Gegenteil, der Staat unterstütze sie, wo er kann, die Bilanz zwischen Ausgaben für den Staat und dem, was er direkt und indirekt zurückgibt, sei mehr als positiv. Und dennoch sei die Mittelschicht unzufrieden und entferne sich vom Staat. (via Felix Schwenzel)

* Vom auf die Schnauze fallen
Alex Matzkeit über seinen Schreibstil: „Ich hatte mich so sehr bemüht, für diese Zeitung besonders klug zu klingen, dass ich meine eigene Stimme verloren und stattdessen einen hässlichen Bastard geboren hatte.“ Ich habe noch nie verstanden, warum man sich als Autor verstellen muss, aber verschiedene Institutionen verlangen das von einem. Alex führt die Wissenschaft an, mit der ich auch schon einschlägige Erfahrungen machen durfte. Man beschied mir inhaltlich gut gearbeitet zu haben, aber der Schreibstil wäre zu unwissenschaftlich. Ich schüttelte den Kopf; ich weiß bis heute nicht, warum ein Text weniger wissenschaftlich sein sollte, nur weil er sich nicht hölzern und ungewandt liest.

* Interview zur Abschaffung der Bahncard: „Durch Zwei teilen kann jeder“
Interview mit dem „Erfinder der Bahncard“. Da lernt man auch ein wenig über Preispsychologie. Man spart beispielsweise mit der Bahncard 50 nicht die Hälfte des Preises, sondern nur durchschnittlich 30 Prozent, weil sie selbst auch etwas kostet: „Der Kartenpreis gilt als ’sunk costs‘ – die sind weg. Sie fließen nicht mehr in die Entscheidung des Kunden ein, ob er mit der Bahn oder dem Auto fährt. Bei jeder dieser Entscheidungen legt er den 50-Prozent-Rabatt zugrunde.“ Das gilt jedoch auch für den Autofahrer, der noch viel höhere Kosten hat, aber trotzdem nur die Spritaufwendungen betrachtet. (via Enrico Anders auf Facebook)

* Gewalt ist wirklich keine Lösung
Rico Grimm über eine Studie, die statistisch belegt, dass friedliche Bewegungen viel eher zum Erfolg führen als Gewalt und Tötungen. Es gibt gute Gründe dafür, denn Selbstmordattentäter und andere Anschläge haben sicherlich eine größere Propagandawirkung, bringen aber keine Massen auf die Straße. Die sind jedoch nötig, um tatsächlich eine Revolution zu bewirken. Interessant auch vor dem Hintergrund der Blockupy-Proteste in Frankfurt zur Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes. (Bitte aber vermeiden, die Kommentare zu lesen!)

Bild: Shut­ter­stock

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