Freiheitsstatue

Lie­bes Ta­ge­buch,

zum ers­ten Mal, seit ich dir schreibe, habe ich es trotz al­ler Vor­sätze nicht ge­schafft, dich recht­zei­tig mit der ver­gan­ge­nen Wo­che zu fül­len. Das hat ne­ben dem ty­pi­schen aku­ten Zeit­man­gel auch zwei an­dere Gründe. Zu­nächst wollte ich mein New-York-Review schrei­ben, da­mit ich das di­rekt ver­lin­ken kann. Da­für mus­ste ich aber erst ein­mal Fo­tos sor­tie­ren. Du weißt ja, was das be­deu­tet, wenn man 740 Bil­der sich­ten und be­ar­bei­ten muss. Als ich dann end­lich so­weit war und ich meine WordPress-Eingabemaske öff­nete, stellte ich fest, dass sich mein Be­su­cher­zähl­tool Pi­wik ei­gen­mäch­tig zum Streik ent­schlos­sen hatte. Es dau­erte, bis ich eine vor­über­ge­hende Lö­sung fand.

Nun aber. In der Ka­len­der­wo­che 20 war ich in New York und das habe ich – das kommt jetzt über­ra­schend – be­reits ver­bloggt. Ich wie­der­hole aber gerne noch ein­mal an die­ser Stelle: Es war toll. An­stren­gend, aber toll.

In der Wo­che da­nach hatte ich erst ein­mal hef­tig mit dem Jet­lag zu kämp­fen. Egal, wie ich es ma­che, er trifft mich im­mer hart. Die­ses Mal dachte ich ei­gent­lich, wir hät­ten es be­son­ders schlau an­ge­stellt. Wir flo­gen in der Nacht von Frei­tag auf Sams­tag, konn­ten uns im Flug­zeug so­gar eine kleine Mütze Schlaf ab­ho­len, hiel­ten dann den Sams­tag durch und stan­den Sonn­tag nicht zu spät auf. Den­noch fand ich in der Nacht zum Mon­tag lange kei­nen Schlaf. Lu­xus­pro­bleme, ich weiß, was flie­gen wir auch auf ei­nen an­de­ren Kon­ti­nent.

An dem Mon­tag hat­ten wir – für mich über­ra­schend, aber das war wohl meine Schuld – ei­nen BarCamp-Bonn-Besprechungstermin mit Björn vom FIW. Da beide Sei­ten höchst zu­frie­den mit dem Ver­lauf des ver­gan­ge­nen wa­ren, be­stand auch we­nig Dis­kus­si­ons­be­darf, dass wir auch das nächste Bar­Camp am 27. Fe­bruar 2016 wie­der im Fo­rum In­ter­na­tio­nale Wis­sen­schaft aus­tra­gen wer­den. Ich freue mich sehr.

Am Mitt­woch war ich mal wie­der beim So­cial Me­dia Chat Bonn. Prak­ti­scher­weise gibt es auch dar­über schon ei­nen Blog­post.

Über Pfings­ten hat­ten wir dann fa­mi­liä­ren Be­such, mit dem wir un­ter an­de­rem auch den Eu­ro­vi­sion Song Con­test sa­hen. Ich sage es wahr­schein­lich je­des Jahr, aber die rich­tige Würze be­kam der ESC für mich erst, seit ich par­al­lel auf Twit­ter un­ter­wegs bin. Es macht un­heim­lich Spaß, diese gan­zen Kom­men­tare zu le­sen. Was mich aber nervt sind die im­mer mehr wer­den­den Hash­tags, die man ver­fol­gen muss. Noch vor drei Jah­ren gab es keine Dis­kus­sion, dass der von al­len ver­wen­dete Hash­tag #ESC ist. Die­ses Mal mus­ste man #ESC, #esc15, #esc2015, #eu­ro­vi­sion und #eu­ro­vi­si­onde ver­fol­gen, wollte man alle mög­li­chen Tweets mit­be­kom­men. Von den Länder-Hashtags, die im Fern­se­hen ein­ge­blen­det wur­den, will ich erst gar nicht an­fan­gen. Froh ist, wer ein ge­eig­ne­tes Tool hat.

Den ESC an sich fand ich die­ses Jahr selt­sam un­span­nend. Das lag ganz si­cher nicht am schlech­ten deut­schen Ab­schnei­den. Es ist mir näm­lich meis­tens ziem­lich egal, wie „wir“ am Ende plat­ziert sind. Ich hatte mir mehr of­fene Pro­vo­ka­tio­nen statt ver­steck­ter An­deu­tun­gen er­hofft und mehr ganz of­fen zur Schau ge­stellte Brü­cken, die man sich als Motto auf die Fah­nen ge­schrie­ben hatte. Auch die Show an sich war we­ni­ger bom­bas­ti­sch als die letz­ten Jahre. Das muss nicht im­mer schlecht sein, aber ich war die­ses Mal ein­fach nicht wirk­lich mit­ge­ris­sen.

Die Wo­chen, lie­bes Ta­ge­buch, wa­ren ins­ge­samt von ei­ner Stres­sig­keit und Un­aus­ge­schla­fen­heit, wie ich sie schon lange nicht mehr er­lebte. Ich hoffe und bin mir ganz si­cher, dass diese Phase über­stan­den ist und nun wie­der et­was mehr Ruhe in mein Le­ben ein­kehrt.

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