Tagebuch: Eine Maus in die Falle, eine zur Tagesmutter

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Montag, 17. August 2020

Wo waren wir? Ach ja, die Maus, die auf unse­rer Dach­ter­ras­se lebt. Sie war nicht mehr gese­hen, aber das letz­te Mal, dass das geschah, konn­te ich beob­ach­ten, wie sie durch eine schma­le Rit­ze unter die Holz­plan­ken ver­schwand. Die Ver­mu­tung liegt nahe, dass sie sich irgend­wo dort häus­lich ein­ge­rich­tet hat. Ich kau­fe also abends eine Lebend­fal­le und stel­le sie auf. Zusam­men mit einem Stück feins­ter Schwei­zer Scho­ko­la­de, es soll Frie­de­ri­ke ja an nichts fehlen.

Dienstag, 18. August 2020

Der Tag beginnt mit einem Zahn­arzt­ter­min, denn der durch das Kind zer­sprun­ge­ne Zahn muss über­kront wer­den. Heu­te ist Abschleif- und Pro­vi­so­ri­um­s­tag. Ich kann mir Schö­ne­res vor­stel­len, aber schlimm ist es auch nicht.

Die Mau­se­fal­le bleibt leer, die Scho­ko­la­de unberührt.

Mittwoch, 19. August 2020

Heu­te ist es soweit: Das Kind besucht zum ers­ten Mal sei­ne Tages­mut­ter. Die ech­te Mut­ter hat damit ver­mut­lich mehr Pro­ble­me als ich, aber es ist auch für mich ein gro­ßer Schritt. Heu­te ist erst ein­mal gegen­sei­ti­ges Ken­nen­ler­nen, nur eine hal­be Stun­de. Das klappt schon ganz gut, Klein-Lea ist ja sowie­so auf­ge­schlos­sen und spielt ger­ne mit frem­den Sachen. Ein­zi­ges Man­ko: Wir müs­sen schon um acht Uhr da sein, also auch zu einer Zeit auf­ste­hen, die sogar dem Früh­auf­ste­her­kind ein biss­chen zu zei­tig ist.

Die Mau­se­fal­le ist wei­ter­hin leer, die Scho­ko­la­de wur­de aber an einer Ecke ange­knab­bert. Weil auch drum­her­um über­all Schleim ist, ver­mu­te ich eine Schne­cke als dank­ba­re Esse­rin. Frie­de­ri­ke ist wohl schon längst ver­schwun­den, wer weiß. Seit Sonn­tag hat sie nie­mand mehr gese­hen. Nicht ein­mal der Kater, roar! Ich räu­me die Mau­se­fal­le wie­der weg.

Lie­be Frie­de­ri­ke, falls du das liest: Es war schön, dass du zu Besuch warst. Ich hof­fe sehr, dass es dir in Bonn gut ergeht und du vie­le neue Freun­de findest!

Donnerstag, 20. August 2020

Heu­te vor einem Jahr war Klein-Lea aus­ge­rech­net. Heu­te vor einem Jahr saß ich schon seit eini­gen Tagen zuhau­se, vol­ler Anspan­nung einer­seits, vol­ler Lang­wei­le andererseits.

Von Lan­ge­wei­le kann ein Jahr spä­ter kei­ne Rede sein. Klein-Lea hat ihren zwei­ten Tag bei der Tages­mut­ter, heu­te spielt sie eine Stun­de mit gefühlt fünf­hun­dert unter­schied­li­chen Spiel­sa­chen, sie ist da wirk­lich nicht wäh­le­risch. Dann düsen wir nach Hau­se, damit ich noch ein biss­chen arbei­ten kann, bevor die ech­te Mut­ter weg muss. Arbei­ten und gleich­zei­tig die fast Ein­jäh­ri­ge hüten, ist ein Ding der Unmög­lich­keit. Erst, als sie ihr Mit­tags­schläf­chen hält, kann ich ein biss­chen wei­ter­ma­chen. Dann fängt eine zwei­stün­di­ge Video­ver­an­stal­tung an. Coro­na sei Dank kann ich über­haupt teil­neh­men, Pla­nung sei Dank muss ich heu­te auch wenig aktiv bei­tra­gen, denn Kind sei Dank muss ich immer wie­der auf­pas­sen, was die­ses gera­de macht und sie davon abhal­ten, sich selbst oder den Kater umzu­brin­gen. Hei­de­witz­ka ist das alles anstren­gend. Wie haben ande­re Eltern das im Lock­down nur mona­te­lang durchgehalten?

Freitag, 21. August 2020

Kei­ne beson­de­ren Ereig­nis­se. Tags­über ist viel zu tun, am frü­hen Abend wer­de ich wie­der Allein­er­zie­hen­der, aber das ist kein Pro­blem, Klein-Lea und ich machen uns einen schö­nen Abend.

Samstag, 22. August 2020

Wir bekom­men Besuch. Und immer, wenn die­ser Besuch da ist, ist es sehr nett.

Sonntag, 23. August 2020

Klei­ner Aus­flug in die Gegend von Koblenz. Was man halt sonn­tags so macht.

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