2-Wochen-Tagebuch

19. Oktober bis 1. November 2020

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Es ist gera­de Herbst-Stress-Zeit und so gut ich das fin­de, dass wir so viel zu tun haben, so wenig kom­me ich noch zu etwas, das sich „Frei­zeit“ nennt. Also, wenn ich mal zuhau­se bin und dort nicht arbei­te (das muss man ja heut­zu­ta­ge dazu sagen), dann erfor­dert die Klein­fa­mi­lie die vol­le Auf­merk­sam­keit. Und wenn wir dann end­lich mal alles erle­digt haben und auf dem Sofa lie­gen, kämp­fen wir nur noch gegen den sofor­ti­gen Schlaf.

Erschwe­rend kommt hin­zu, dass die Win­ter­zeit noch nicht bei Klein-Lea ange­kom­men ist. Seit einer Woche ste­hen wir um 5:30 Uhr auf. Das ist zwar super, um in aller Ruhe früh­stü­cken zu kön­nen, aber bedeu­tet auch, dass die Aben­de noch anstren­gen­der wer­den. Und dass ich schon seit einer Woche zu Uhr­zei­ten ein­schla­fe, die ich eigent­lich fürs Ren­ten­al­ter vor­ge­se­hen hat­te, hilft lei­der nicht gegen den chro­ni­schen Schlafmangel.

BusinessCamp Bonn 2020

In der ver­gan­ge­nen Woche waren dann gleich an drei von fünf Tagen digi­ta­le Bar­camps. An den bei­den ver­blei­ben­den haben wir sie jeweils vor­be­rei­tet und öffent­li­che Tech­nik­tests ver­an­stal­tet. Aber bei­de sind auch sehr gelun­gen, wenn ich den Feed­backs glau­ben darf.

Das Busi­nes­s­Camp, das ers­te öffent­li­che Bar­camp der Tele­kom Deutsch­land, orga­ni­sier­ten wir bereits zum drit­ten Mal. Die­ses Mal aber natür­lich rein digi­tal. Man merk­te schon, dass das Inter­es­se nach­ge­las­sen hat. Irgend­wie auch ver­ständ­lich, denn ich gehe auch wegen der Leu­te, wegen des Netz­wer­kens zu Bar­camps. Das fällt bei der digi­ta­len Umset­zung zwar nicht voll­stän­dig weg, ist aber ein­ge­schränkt, weil es größ­ten­teils an den Zufalls­be­geg­nun­gen man­gelt. Ande­rer­seits ist ein Bar­camp halt auch immer das, was man selbst dar­aus macht. Und die Teil­neh­men­den haben eine run­de Sache aus dem Busi­nes­s­Camp gemacht.

Barcamp Soziale Arbeit 2020

Schon zum fünf­ten Mal durf­ten wir für meh­re­re Caritas-Verbände das soge­nann­te Sozi­al­camp aus­rich­ten. Auch hier war ein Teilnehmer/innenrückgang im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren zu sehen. Der war hier aller­dings gerin­ger und vor allem kaum spür­bar, denn die etwas über ein­hun­dert Leu­te haben sich schnell in das vir­tu­el­le KSI ein­ge­fun­den. Es war eine hel­le Freude.

Familie

Ein gro­ßer Vor­teil, den ich nicht unter­schätzt wis­sen möch­te, ist der Fami­li­en­zeit­ge­winn, den man durch digi­ta­le Ver­an­stal­tun­gen hat. Wären die vor­ge­nann­ten Ver­an­stal­tun­gen vor Ort gewe­sen – und die Orte sind nicht weit weg –, ich wäre ver­mut­lich häu­fi­ger nicht zur Bett­geh­zeit der Klei­nen zuhau­se gewe­sen. Das haben auch man­che Teilnehmer/innen ange­merkt: Sie kön­nen sich gar nicht mehr vor­stel­len, wegen sol­chen Ver­an­stal­tun­gen in der Nach-Corona-Zukunft stun­den­lang unter­wegs zu sein. Ich ehr­lich gesagt auch nicht.

Weni­ger kaputt ist man digi­ta­len Ver­an­stal­tun­gen aber auch nicht. Des­halb fin­de ich es zwar einer­seits scha­de, wenn wir geplan­te Tref­fen absa­gen müs­sen, ande­rer­seits bin ich dann auch froh, aus­schla­fen– haha, nein, ich mer­ke ein­fach kei­nen Unter­schied zwi­schen Wochen­en­de und Arbeits­tag, außer, dass ich manch­mal die klei­ne Maus zur Tages­mut­ter fah­re und mit den Kolleg/innen korrespondiere.

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