„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ – kurz WMDEDGT – fragt Frau Brüllen immer am Monatsfünften. Es soll die alte Tradition des Tagebuchbloggens zumindest für einen Tag im Monat beleben. Im Blog von Frau Brüllen werden die Beiträge dann immer gesammelt. Hier ist der aktuelle Monat.
[4:30] Das Tochterkind weckt mich wegen einer Sache. Und weil ich neuerdings nicht mehr gut schlafe, brauche ich bestimmt eine Stunde, bis ich wieder einschlafen kann.
[6:00] Dingdong, aufstehen! Ich starte kurz eine Selbstdiagnose meines Systems. Der Healthcheck gibt ein bedauerndes „failed“ zurück. Wie ich schon am Vortag ahnte, ist heute nicht das Event angesagt, das ich besuchen wollte, sondern Ruhe und Erholung. Aber daran hat mein Vergangenheits-Ich nicht gedacht, als es Kinder zeugte, deshalb muss ich trotzdem dafür sorgen, dass der Nachwuchs Frühstück bekommt und gefüllte Brotboxen, dass sie sich anziehen, fertig machen und Zähne putzen, Jacken, Mützen, Halstücher und Handschuhe anziehen sowie dass sie rechtzeitig am Schulwegtreffpunkt und in der Kita sind.
[8:00] Der morgendliche Stress hat mir den Rest gegeben. Ich beschließe, den Homeofficetag auf dem Sofa zu verbringen. Unter zwei Decken vergraben, mit Laptop auf dem Schoß, bin ich so produktiv wie schon lange nicht mehr. Warum bin ich nicht öfter krank? Warum habe ich nicht öfter so viel Ruhe?
[17:30] Ich bin nicht einmal zwischendurch eingeschlafen! Jetzt kommt die Familie geballt nach Hause, sie waren heute noch im Bilderbuchkino. Es wird noch gekocht und gegessen.
[18:30] Wir starten die Bettgehprotokolle (der Kinder). Zwischendurch kommt noch der Einkauf angeliefert, der muss auch noch verstaut werden.
[20:00] Ich vergrabe ich mich wieder unter den beiden Decken auf dem Sofa. Die Frau und ich sehen uns Tag sieben vom Dschungel an und versuchen, dabei wach zu bleiben.
[20:45] Dann wird es überraschend doch noch ein spannend. Es klingelt an der Tür. Als ich aufmache, stehen vier Polizist:innen vor mir. „Hallo, Polizei!“, sagt einer und ich denke auch wegen dieser sehr offensichtlichen Begrüßung an einen Scherz. Ist es aber nicht. Jemand habe sie gerufen, weil es bei uns so laut sei. Ob wir Streit gehabt hätten, irgendwas geworfen hätten. Unsere Münder stehen wohl etwas offen. Fast wäre mir ein johannestypisches „ausgerechnet heute haben wir mal nicht gestritten“ rausgerutscht, aber ich kann mich doch noch beherrschen. Ein Polizist sieht sich nochmal kurz in der Wohnung um, ob wir irgendwo Terroristen verstecken oder so – zum Glück weckt er dabei nicht die Kinder – und dampfen dann unverrichteter Dinge wieder ab. Wir setzen unseren ruhigen (!) Fernsehabend fort und fragen uns, wer aus dem Haus da was gehört haben mag.
[21:30] Wir wechseln die Liegestätte. Ich hoffe, ich finde einen gesunden, erholsamen, störungsfreien Schlaf. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben.
Vielen Dank fürs Lesen! Du möchtest mir etwas Gutes tun? Du möchtest keinen Beitrag mehr verpassen? Hier findest alle Informationen dazu! Meinen großen Dank schicke ich dir schon vorab: 💜


Schreibe einen Kommentar