Fehlermeldungen aus dem HTML-Validator

Zur­zeit beschäf­tige ich mich aus beruf­li­chen Grün­den stär­ker mit dem Thema Inklu­sion. Also der Frage, wie Men­schen mit und ohne Behin­de­rung zusam­men­le­ben und -arbei­ten kön­nen. Alleine die Tat­sa­che, dass ich so wenig über die­sen The­men­be­reich weiß und dass mir so wenig bewusst ist, wie ich Men­schen ent­ge­gen­kom­men kann, zeigt mir, dass da noch eine Menge Infor­ma­ti­ons­be­darf besteht.

Die technische Seite

Es gab mal Zei­ten, da habe ich mich mehr damit beschäf­tigt, ob meine Web­site struk­tu­rell gut auf­ge­baut ist. Seit ich Word­Press mit einem fer­ti­gen Theme ein­setze, inter­es­siert mich das aber kaum mehr. Zu ver­lo­ckend ist es, ein paar Klicks zu machen, hier und da noch eine Ente ein­zu­bauen und dann ein fer­ti­ges Blog zu haben. Nicht ein­mal durch den grund­le­gen­den HTML-Validator habe ich meine Seite gejagt, dabei wirft er allein schon 19 Feh­ler für meine Start­seite aus.

Ohne diese Feh­ler hätte ich aber schon einen guten Schritt Rich­tung Bar­rie­re­frei­heit mei­nes Blogs gemacht. Wenn die Struk­tur ein­wand­frei ist, kön­nen schon viele Men­schen mehr meine Web­site benut­zen. Und wenn ich dann noch ein paar wei­tere Dinge beachte, ste­hen kaum noch Bar­rie­ren im Weg.

Den­noch ist es unheim­lich kom­pli­ziert und auf­wen­dig für einen durch­schnitt­li­chen Sei­ten­be­trei­ber, sein Ange­bot bar­rie­re­frei zu gestal­ten. Das erklärt wahr­schein­lich auch, warum es – von Behör­den, die das müs­sen, abge­se­hen – so wenige machen. Selbst ich als jemand, der HTML kann und sich mit Web­site­struk­tu­ren grund­sätz­lich aus­kennt, schre­cke vor den Auf­ga­ben zurück, die mir ein typi­scher Bar­rie­re­frei­heits­test wie cyn​thi​a​says​.com aus­wirft.

Und was ist mit dem Rest?

Und bei der tech­ni­schen Seite bleibt es ja nicht. Wie sieht es aus mit Far­ben, Kon­tras­ten, Schrift­grö­ßen? Was ist mit mei­ner Spra­che und den ver­wen­de­ten Aus­drü­cken? Auch ich denke beim Thema Bar­rie­re­frei­heit immer erst ein­mal an HTML-Code, dabei bedeu­tet unge­hin­der­ter Zugang noch lange nicht, dass ich mit rich­tig ver­schach­tel­ten Befeh­len fer­tig bin.

Ein Sys­tem wie Word­Press, ein gekauf­tes Tem­plate für das Lay­out und zahl­rei­che Plug­ins neh­men mir viel Arbeit ab. Dafür muss ich aber auch akzep­tie­ren, dass ich die Kon­trolle über die bar­rie­re­freie Bedien­bar­keit mei­nes Ange­bots abgebe.

Großer Aufwand bei wenig Nachfrage

Es ist so gese­hen nach­voll­zieh­bar, dass sich so wenige Web­site­be­trei­ber um die­ses Thema küm­mern. Es ist unheim­lich auf­wen­dig und gleich­zei­tig ist die Not­wen­dig­keit für viele nicht drin­gend genug. Wenn man nicht per­sön­lich direkt oder indi­rekt betrof­fen ist, dann ist das Thema Behin­de­rung und Inklu­sion irgendwo ganz weit hin­ten abge­spei­chert.

Es bleibt die Frage, wie man es wei­ter nach vorne holen kann. Gesetz­li­che Bestim­mun­gen? Das klappt bei Behör­den ganz gut, aber wie will man das in der freien Wirt­schaft und vor allem bei Pri­vat­leu­ten umset­zen? Auf Frei­wil­lig­keit bauen? Das Ergeb­nis sieht man ja und es ist ver­bes­se­rungs­fä­hig.

Am Ende ist es der Auf­ruf an die Pro­gram­mie­rer und Desi­gner. Es bleibt wohl an euch hän­gen, die schon vor­han­de­nen Stan­dards sau­ber in eure Sys­teme und Tem­pla­tes zu imple­men­tie­ren. Aber auch wir Web­site­be­trei­ber sind auf­ge­ru­fen, uns zu infor­mie­ren, sen­si­bler für das Thema Bar­rie­re­frei­heit zu wer­den und es mit­zu­den­ken.

Weitere Sensibilisierung beim OpenTransfer Camp Inklusion

Ich würde mich freuen, wenn beim open­Trans­fer Camp Inklu­sion, das ich am 30. Januar in Mün­chen besu­che und begleite, auch diese Fra­gen erör­tert wer­den. Das Camp bezie­hungs­weise die par­al­lel der­zeit statt­fin­dende Blog­pa­rade der Initia­tive open­Trans­fer waren für mich auch Anlass, die­sen Bei­trag zu schrei­ben. Ich freue mich auf wei­tere An- und Ein­sich­ten.

Viele Infor­ma­tio­nen für bar­rie­re­freie Web­site gibt es übri­gens unter ein​fach​-bar​rie​re​frei​.net oder ein​fach​-fuer​-alle​.de.

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