5.–11. August 2019: Warteschleife

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Man war­tet dar­auf, dass sich das Leben ändert, man weiß aber nicht, wann genau das sein wird. Nur so unge­fähr, viel­leicht viel frü­her, viel­leicht sogar etwas spä­ter. Vor­sorg­lich ver­schafft man sich ganz viel Frei­raum, macht kaum noch Ter­mi­ne, dele­giert Arbeit, um mög­lichst von jetzt auf gleich alles lie­gen las­sen zu kön­nen.

Mit­ten­drin ist der fünf­te Hoch­zeits­tag und man hofft, dass die Klei­ne nicht aus­ge­rech­net an die­sem Tag, das wäre ja echt die Höhe, man möch­te doch noch ein­mal schön essen gehen. Dann klappt das aber auch und alles ist gut.

Am Tag danach klin­gelt das Tele­fon, auf dem Dis­play steht die Frau und man ahnt, es müs­se wich­tig sein, rennt also aus dem Mee­ting, um dann zu erfah­ren, dass man sein Porte­mon­naie zuhau­se ver­ges­sen hat. Für das Kon­zert am Abend braucht man Bar­geld, also leiht man sich etwas aus der Betriebs­kas­se und über­legt sich dabei, was das eigent­lich für das Kon­zert bedeu­tet, wenn man jeder­zeit los müs­sen muss. Nun, es bedeu­tet, dass man ande­re Leu­te zwar mit­neh­men kann, ihnen aber erklärt, dass sie unter Umstän­den selbst für eine Nach­hau­se­fahrt sor­gen müs­sen. Und dass man bes­ser so parkt, dass man schnell weg kommt; das klappt aller­dings eher nicht.

Das Kon­zert von Micha­el Patrick Kel­ly ist echt super. Man muss sei­ne Musik nicht mögen, um zu gou­tie­ren, dass er eine fan­tas­ti­sche Show lie­fert, zwei­ein­halb Stun­den lang Voll­gas gibt, das Publi­kum der­art mit­reißt, dass er wie­der­um selbst so mit­ge­ris­sen wird, dass er die ihm gege­be­ne Zeit bis zur letz­ten Minu­te aus­reizt, über den Zeit­punkt hin­aus, an dem er eige­ne Lie­der hat und des­halb anfängt, ein­fach ande­re zu into­nie­ren. Voll­pro­fi.

Micha­el Patrick Kel­ly macht auch mal einen Aus­flug durch die Men­ge. Hal­lo.

Am Wochen­en­de ist man stark beschäf­tigt mit Über­nach­tungs­gäs­ten und zusätz­li­chem Sams­tag­abend­be­such, aber das hat man sich ja irgend­wie selbst zuzu­schrei­ben. Man ist ein­fach nur froh, dass es nicht zwi­schen Vor- und Haupt­spei­se los­ge­gan­gen ist.

Und am Ende der Woche ist man immer noch nicht Vater, auch wenn man jetzt lang­sam echt mal dafür bereit wäre.

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