#WMDEDGT am 5. Mai 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

1

WMDEDGT“ steht für „Was machst du eigent­lich den gan­zen Tag?“. Am 5. jedes Monats ruft Frau Brül­len dazu auf, ein Tages­pro­to­koll zu füh­ren.

Es ist ein Corona-Dienstag.

[6:40] Klein-Lea unter­hält uns laut­stark. Sie hat die ers­te Nacht in ihrem neu­en Bett ver­bracht, weil sie für das Bei­stell­bett jetzt nun wirk­lich zu groß ist. Das Ein­schla­fen ges­tern Abend war – wie oft in den letz­ten Wochen – pro­ble­ma­tisch. Aber dass sie wach ist, sobald es drau­ßen hell wird, das ändert sich nicht. Jetzt ist es soweit, dass die Mut­ter ein Ein­se­hen hat und die Klei­ne zwi­schen uns ins Bett legt. Damit gewin­nen wir noch ein paar Minu­ten, wenn wir akzep­tie­ren, dass sie uns unter­des­sen an den Haa­ren zieht und ins Gesicht kneift.

[7:00] Nun, es hat ja kei­nen Sinn mehr, wir ste­hen auf. Das mun­te­re Wesen wird von der vol­len Win­del befreit und der Mut­ter zuge­führt, die das Baby­f­rüh­stück vor­be­rei­tet hat. Der Vater ver­zieht sich ins Bade­zim­mer.

[8:30] Alle haben gefrüh­stückt, jetzt kön­nen wir uns um den Kita-Platz küm­mern. Genau­er gesagt um eine Tages­mut­ter, denn glaubt mal nicht, dass (bald wie­der) zwei Berufs­tä­ti­ge einen U3-Platz in der Bun­des­stadt bekom­men. Sagt uns auch nie­mand, über­all ste­hen wir auf einer ima­gi­nä­ren War­te­lis­te. Nur durch hart­nä­cki­ges Nach­fra­gen der Mut­ter erfuh­ren wir, dass War­te­lis­te zu die­sem Zeit­punkt gleich­be­deu­tend mit Absa­ge ist. Ein Hoch auf die unkom­pli­zier­te Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf!

[9:15] Ab ins Büro, muss ja auch mal. Die neue Kol­le­gin hat – wie alle – noch kei­nen Schlüs­sel, weil es für den Ver­mie­ter in Coro­na­zei­ten offen­bar schwie­rig ist, wel­che nach­ma­chen zu las­sen. Also muss jemand die Tür öff­nen. Das mache ich ger­ne, denn ich freue mich wirk­lich, dass ich nicht mehr allei­ne in dem gro­ßen neu­en Büro sit­zen muss.

(Schwenk aus der Sze­ne. Ver­schwom­men sieht man einen Mensch am Schreib­tisch sit­zen und auf eine Tas­ta­tur ein­häm­mern. Im Hin­ter­grund läuft die­se Musik, rechts unten in der Ecke sieht man eine ana­lo­ge Uhr, deren Zei­ger sich schnell Rich­tung 18 Uhr dre­hen.)

[18:30] Fei­er­abend. Eigent­lich möch­te ich ger­ne noch einen Ter­min bei unse­rer Mit­mie­te­rin aus­ma­chen, um die Kata­stro­phe zu bän­di­gen, die mal mei­ne Fri­sur war (sie­he Bei­trags­bild einer völ­lig ande­ren, anonym blei­ben­den Per­son). Dann sehe ich aber, dass noch zwei Men­schen vor ihrer Tür war­ten und beschlie­ße, mein Vor­ha­ben zu ver­schie­ben.

[18:45] Zuhau­se wech­seln wir ein wenig Baby- gegen Klein­kind­klei­dung aus und mer­ken wäh­rend­des­sen, dass wir Hun­ger haben. Ich erin­ne­re mich an die 33-Prozent-Rabattaktion einer gro­ßen Piz­za­lie­fer­ket­te und mel­de mich frei­wil­lig zum Koch­dienst.

[19:30] Nach des­sen Abend­mahl ver­frach­te ich ein völ­lig fer­ti­ges Bün­del­chen Mensch in sein Bett. Es schläft direkt wei­ter. Was für eine ange­neh­me Abwechs­lung! Kurz danach kommt auch das Fut­ter für die Eltern­tie­re. Bei Ker­zen­licht Tages­schau und Seri­en dinie­ren wir.

[21:45] Ab ins Bett­chen mit uns Frett­chen.

* * *

Du möch­test kei­nen Bei­trag mehr ver­pas­sen? Du kannst dich per E-Mail benach­rich­ti­gen las­sen, ein­fach hier kli­cken!

* * *

Möch­test du etwas in Klein-Leas Spar­schwein wer­fen?

1 KOMMENTAR

KOMMENTIEREN

Please enter your comment!
Please enter your name here