Medienkonsum Mai bis Juli 2021

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Ich füh­re die Rubrik „Medi­en­kon­sum“ in loser und abge­speck­ter Ver­si­on wie­der ein. Eige­ne Blog­ein­trä­ge für alles, was ich so gele­sen, gese­hen und gehört habe, das schaf­fe ich nicht. Es bleibt lie­gen und irgend­wann habe ich die Hälf­te ver­ges­sen. Des­halb jetzt auf die­se Weise.

Gelesen

📘 Ali­ce Has­ters: Was wei­ße Men­schen nicht über Ras­sis­mus hören wol­len ⭐⭐⭐⭐ — Das ist natür­lich ein gutes Buch, weil noch immer viel zu weni­ge Men­schen wis­sen, wie es ist, Ras­sis­mus zu erfah­ren. Weil das immer noch zu oft klein­ge­re­det wird und Men­schen, die nicht der ver­meint­li­chen Norm ent­spre­chen, kein Gehör fin­den. Wie gut, dass Ali­ce Has­ters gehört wird!

📘 Mai Thi Nguyen-Kim: Die kleins­te gemein­sa­me Wirk­lich­keit ⭐⭐⭐ — Ein sehr löb­li­cher Ver­such ist das von Mai­Lab-Mai, Men­schen nicht nur Antwort(option)en auf eini­ge viel dis­ku­tier­te Fra­gen zu lie­fern, son­dern das auch noch wis­sen­schaft­lich zu erklä­ren. Da ste­cken viel Sta­tis­tik und wis­sen­schaft­li­che Metho­den drin. Das macht das Buch zwar lehr­reich, aber nicht unbe­dingt flüs­sig les­bar; auch wenn die Autorin sich alle Mühe gibt, locker, manch­mal zu locker zu schreiben.

📘 Eli­sa­beth Stein­kell­ner, Anna Gusel­la (Illus­tr.): Papier­kla­vier ⭐⭐⭐⭐⭐ — Ein so wun­der­ba­res Buch, schein­bar direkt aus dem Leben einer Sech­zehn­jäh­ri­gen, ver­gol­det mit den per­fekt dazu pas­sen­den Illus­tra­tio­nen von Anna Gus­al­la. Dan­ke, Bischofs­kon­fe­renz, dass ihr uns nicht nur gezeigt habt, wie der Streisand-Effekt funk­tio­niert, son­dern auch ein ehr­li­ches Dan­ke, weil mir ohne die­se hin­ter­wäld­le­ri­sche Reak­ti­on ein High­light des Jah­res 2021 ent­gan­gen wäre.

📘 Marc-Uwe Kling: Qua­li­ty­Land 2.0 ⭐⭐⭐ — Ich habe an dem Buch fast genau ein hal­bes Jahr gele­sen. Das liegt nicht am Buch selbst, son­dern an dem Umstand, dass ich pro Sei­te zwei Aben­de brauch­te, denn es war mein Ein­schlaf­buch und ich habe ein gro­ßes Schlaf­de­fi­zit. Die­se Lese­um­stän­de ver­dar­ben ein wenig das Werk, wofür es erst ein­mal nichts kann. Davon abge­se­hen bleibt trotz­dem eine typi­sche zwei­te Fol­ge einer Tri­lo­gie: Kann qua­li­ta­tiv nicht an den Erst­ling anknüp­fen und darf noch nicht das gro­ße Fina­le sein. Ver­pas­sen soll­te man einen Kling natür­lich trotz­dem niemals.

📘 Kath­rin Pas­sig: Je Türen­knall, des­to wie­der­komm: Alle Kolum­nen 2020 ⭐⭐⭐ — Wie immer bei Kath­rin tol­le Denk­an­stö­ße und klu­ge Gedan­ken. Ver­mut­lich ist es aber auf­grund man­cher zeit­li­cher Ver­bun­den­heit sinn­vol­ler, die Kolum­nen nahe am Ent­ste­hungs­zeit­punkt zu lesen.

Gesehen

📺 The Expan­se (Staf­feln 4, 5) ⭐⭐⭐⭐⭐ — Immer noch die bes­te Sci-Fi-Serie zur­zeit. Ansons­ten ver­wei­se ich ein­fach auf mein Review von Staf­fel 1, das gilt so noch immer.

🎞 Tenet ⭐⭐ — Dem Film hilft nicht, dass er sich kei­ne Zeit nimmt, Din­ge zu erklä­ren. In etwas mehr als zwei Stun­den wird da Stoff rein­ge­quetscht, wor­aus man heu­te eigent­lich eine Serie über drei Staf­feln machen wür­de. Und des­halb kommt man kaum mit und ver­steht nur die Hälf­te. Wer auf Hollywood-Action inklu­si­ve Gewalt, Mili­tär, Flug­zeug­ex­plo­sio­nen und Ver­fol­gungs­jag­den steht, kommt aller­dings auch ohne Sto­ry auf den Geschmack.

🎞 Wai­t­ing for the Bar­ba­ri­ans ⭐ — Gut gemach­te Kino­un­ter­hal­tung mit her­vor­ra­gen­der Beset­zung, tol­len Bil­dern und pas­sen­der Musik sowie einer bedrü­cken­den Geschich­te, die ihre Län­gen hat, aber ver­mut­lich auch in die­ser Brei­te erzählt wer­den muss, um die­se Ein­drück­lich­keit zu entwickeln.

🎞 Das Puber­tier - der Film ⭐ — Es ist schon lan­ge her, dass wir einen Film abge­bro­chen haben, aber es ging ein­fach nicht mehr. Die Null-Handlung soll beson­ders wit­zig sein, ist aber kom­plett drü­ber. Der Film wirkt wie eine Par­odie auf eine Hau-drauf-Komödie. Er wäre sogar in den Neun­zi­gern wegen über­trie­be­ner Ver­su­che, wit­zig zu sein, durch­ge­fal­len. Das mag was heißen.

Gehört

🎧 Cui Bono: WTF hap­pen­ed to Ken Jeb­sen? ⭐⭐⭐ — Die Podcast-Serie ist inter­es­sant, sie zeich­net den Irr­weg von Jeb­sen gut nach und damit auch einen Wan­del in Tei­len der Gesell­schaft. Kann man also gut anhö­ren, auch wenn ich den Pod­cast ein klei­nes biss­chen über­pro­du­ziert fin­de, ein biss­chen zu viel Effekt, der über­tün­chen soll, dass nur über jeman­den gere­det wird durch Leu­te, die weit weg von ihm sind.

🎧 Wild Wild Web - Die Kim Dot­com Sto­ry ⭐⭐⭐⭐ — Auch die­ser Pod­cast ist von einem öffentlich-rechtlichen Sen­der und redet auch nur über eine Per­son, die sich nicht selbst äußert. Die­ser Pod­cast hat aber einen Bonus, denn er beschreibt anhand der Kim-Dotcom-Story auch die Ent­wick­lung des Inter­nets, ich hat­te also vie­le Ach-damals!-Erlebnisse. Ich fin­de ihn auch bes­ser pro­du­ziert, weni­ger selbst­be­zo­gen, mehr an dem The­ma inter­es­siert. Eine kla­re Empfehlung.

Legen­de:
⭐ Nicht mein Geschmack, abge­bro­chen
⭐⭐ Immer­hin durch­ge­hal­ten
⭐⭐⭐ Gute Unter­hal­tung
⭐⭐⭐⭐ Fan­tas­ti­sches Werk
⭐⭐⭐⭐⭐ Außer­ge­wöhn­li­che Spitzenklasse

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