Mädchen zwischen 14 und 24

Reden wir übers Bahn­fah­ren. Ich fahre gerne mit der Bahn ins Büro. Jeden­falls viel lie­ber als mit dem Auto. Mor­gens nutze ich die Zeit zum Ler­nen, abends lese ich in einem Papier­buch, das Leben kann so schön sein.

Aber diese Woche war uncool. Wegen Van­da­lis­mus, wie wir es schon am Don­ners­tag erfah­ren durf­ten, also am vier­ten Tag, an dem das so war, fährt nur noch ein Zug­teil mor­gens von Bonn nach Köln. Hal­ber Raum also für die glei­che Anzahl an Bahn­fah­rern. Bei einer Rush-hour-Bahnfahrt, die auch in nor­ma­len Zei­ten Kapa­zi­täts­gren­zen kri­tisch hin­ter­fragt. Aber Van­da­lis­mus, nun, dafür kann die Mit­tel­rhein­bahn auch nichts, das muss man so hin­neh­men, das ist ja alles noch irgend­wie ver­ständ­lich. Auch, dass diese Schä­den nicht so schnell repa­riert wer­den kön­nen und des­halb die­ser halb­gare Zustand noch eine Woche anhal­ten wird.

► wei­ter­le­sen

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Rant

No reply! Never ever!

noreply-E-MailsMan kann sei­nen Kun­den auf viel­fäl­tige Art und Weise kom­mu­ni­zie­ren, dass man nicht mit ihnen kom­mu­ni­zie­ren möchte. Eine mei­ner Lieb­linge ist dabei die E-Mail, zum Bei­spiel bei einer Bestell­be­stä­ti­gung, die von einer „noreply@…“-Adresse kommt.

Ich bin mal so frei, das zu über­set­zen, was mir das Unter­neh­men damit sagen möchte: Sie haben gerade bestellt. Der Kauf­vor­gang ist damit abge­schlos­sen. Kom­men Sie uns jetzt bloß nicht mit Nach­fra­gen! Wir machen kei­nen Ser­vice. Wir ver­kau­fen nur Pro­dukte. Wenn Ihnen was nicht passt, dann haben Sie Pech gehabt. Wenn Sie un-be-dingt wol­len, dann suchen Sie doch ein­fach mal in der Mail den klei­nen Link, den wir dort ver­steckt haben. Aber eigent­lich möch­ten wir nicht mehr mit Ihnen reden, Sie haben doch schon was gekauft. Wenn Sie wie­der etwas kau­fen möch­ten – nun, Sie haben uns das erste Mal ja auch gefun­den, das gelingt Ihnen bestimmt wie­der. Wir haben sehr viel Geld für Google-Anzeigen aus­ge­ge­ben und wir haben vor, das wei­ter­hin zu tun. Unsere Markt­for­schung hat erge­ben, dass nur fünf Pro­zent der Kun­den wie­der bei uns ein­kau­fen, weil sie sich an uns erin­ner­ten. Der Rest kommt über Google. Quod erat demonstran­dum, falls Sie das jetzt ver­ste­hen. Beschwer­den über unse­ren Ser­vice haben wir eigent­lich nie, wieso denn auch? Nein, nein, das liegt nicht daran, dass wir den Rück­ka­nal zuge­baut haben, unsere Kun­den sind ein­fach zufrie­den. Was? Nein, das haben wir in der Markt­for­schung nicht erho­ben, das wis­sen wir auch so. Aus dem Beschwer­de­rück­lauf, woher denn sonst?

Mir fällt kein ein­zi­ger Grund ein, warum man eine noreply-Adresse als Absen­der ange­ben sollte. Warum nicht „service@…“ oder „info@…“, mei­net­we­gen auch „bestellung@…“? Eine Adresse, die nicht den Rück­ka­nal ver­sperrt und dann natür­lich im bes­ten Fall auch noch funk­tio­niert und eine Reak­tion erzeugt. Und jetzt kommt mir nicht mit tech­ni­schen Grün­den! Die gibt es nicht, wenn man ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem hat.

* * *

Ich bekomme ab und zu einen News­let­ter von Zer­ply. Eigent­lich will ich den gar nicht haben, aber er kommt von der Adresse „doreply@​zerply.​com“. Sie ist der ein­zige Grund, warum ich über­haupt noch diese Platt­form im Gedächt­nis habe. Diese Auf­for­de­rung zur Kom­mu­ni­ka­tion gefällt mir fast so gut wie die Spam-Mail, die ich neu­lich im Post­ein­gang hatte. Sie kam vom Absen­der „noreplay@…“.

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Anderswo

Sizilien, Siegen, Blogger, Merkel, Studium, Kommentarkultur

* Das Glück ist eine Insel
Mir fiel gerade auf, dass ich das noch gar nicht in mei­ner Link­samm­lung hier hatte. Dabei sind es sooo schöne Fotos, daran kann man sich gar nicht satt sehen.

* Aus­nah­me­zu­stand in Sie­gen – Eine Stadt sucht einen Falsch­par­ker
Tjaja, Social Media, du Freund aller spon­ta­nen Mas­sen­au­f­läufe. Wie sich eine Geschichte um einen krea­ti­ven Park­hauspar­ker ver­selb­stän­digte. Ein Lehr­stück in Sachen Eigen­dy­na­mik bei Facebook.

* Kurz­por­träts: So sehen Blog­ger aus
Obwohl ich mich frage, nach wel­chen Kri­te­rien die Blogs aus­ge­wählt wur­den: Ich finde sie erfri­schend anders als Blog­por­träts sonst sind, sogar ich konnte noch ein, zwei neue Per­len ent­de­cken. (via Sascha Förs­ter auf Twit­ter)

* Mer­kels sanfte Auto­kra­tie
„1963 regte (…) Chris­tian Graf von Krockow eine Ver­fas­sungs­än­de­rung an – mit dem Ziel, die Amts­zeit von Bun­des­kanz­lern auf acht Jahre zu begren­zen. (…) Wer seine Worte heute noch ein­mal liest, der denkt auto­ma­tisch auch an Angela Mer­kel. Denn sie nimmt – wie vor ihr Ade­nauer und Hel­mut Kohl – immer stär­ker auto­kra­ti­sche Züge an und hat in nur acht Jah­ren eine ganze Gene­ra­tion poten­zi­el­ler Nach­fol­ger verschlissen.“

* „Sie müs­sen noch mal etwas stu­die­ren“
Ein Plä­do­yer für eine (Weiter-)Bildung an der Hoch­schule. Kann ich nur unterschreiben.

* Der Tag, als ein ZDF-Redakteur in den Abgrund der deut­schen Facebook-Kommentarkultur blickte
Der Arti­kel ist ganz gut. Ein wenig durch­ein­an­der, aber in der Sache rich­tig. Was mir wirk­lich Angst macht, sind die Kom­men­tare dar­un­ter. In einem Arti­kel, der sich mit Kom­men­t­ar­kul­tur beschäf­tigt, sol­che Abson­de­run­gen (ange­fan­gen bei dem obli­ga­to­ri­schen Ich-ich-ich-auch-Kommentar bis zu dem, der offen­sicht­lich den Bei­trag ver­wech­selte, ist alles dabei), das ist echt erschre­ckend. (via Chris­tian auf quote​.fm)

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Aus dem Leben

The Week In Review, 24

Lie­bes Tagebuch,

Teilnehmerliste des Ironblogger-Treffenseine Woche mit viel zu wenig Schlaf, aber vol­ler Erleb­nisse liegt hin­ter mir. Die wich­tigs­ten waren zwei­fel­los die Kuschel­bahn­fahr­ten, die mir immer­hin eine Menge Erkennt­nisse verschafften.

Ansons­ten tra­fen sich zum ers­ten Mal außer­halb der Soci­al­bar die Bon­ner Iron­blog­ger zum Grup­pen­ku­scheln mit Hin­der­nis­sen. Wir waren zehn, das heißt ein gutes Drit­tel der Iron­blog­ger war anwe­send, das war schön. Ich per­sön­lich habe auch einen sehr klu­gen Abend ver­lebt. Wei­tere Ironblogger-Events wur­den schon grob umris­sen (Bow­ling!) und über­haupt habe ich das Gefühl, dass sich da eine sehr, sehr nette Truppe zusam­men­ge­fun­den hat, die sich in Tei­len viel­leicht noch ein wenig fin­den muss. (Schö­ner Satz, wa!?)

Am Wochen­ende habe ich mich dazu ent­schlos­sen, das Tweet­camp Köln zu schwän­zen und statt­des­sen mal lie­ber meine Haus­ar­beit anzu­ge­hen. Tat­säch­lich, ich habe schon ein paar Sei­ten geschrie­ben, es geht voran. Außer­dem habe ich in einem üblen Anfall von Pro­kras­ti­na­tion „mal eben“ wie­der eine per­sön­li­che Home­page aufgesetzt.

Zahl­rei­che Abstimmungs- und Orga­ni­sa­ti­ons­ar­bei­ten run­de­ten die Woche ab. Man­che davon pri­va­ter Natur, man­che nicht. (Kryp­tik FTW!)

Die Woche, lie­bes Tage­buch, war so lala, aber wir befin­den uns auf einem guten Weg. Zumal es ja auch nur noch zwei Wochen bis zum Urlaub sind. ★★★✩✩

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Anderswo

Arbeitsethik, FTW, Weltkriegsende, 90er, Eis

* Die Ber­lin Mitte Blase
Das Nuf über Digi­ta­li­sie­rung und Arbeits­zeit, was das mit­ein­an­der zu tun hat und der Frage, wie man Berufs­ein­stei­ger vor Selbst­aus­beu­tung schützt. Lesens­werte Denkanstöße.

* Anne erklärt das Inter­net: FTW oder WTF?
Erklärbär-Artikel FTW! Aber bitte nicht den letz­ten Absatz lesen! <3

* Kapitulation-Befreiung-Niederlage: Der 8. Mai
Nichts neues eigent­lich, aber trotz­dem poin­tiert und an die rich­ti­gen Aspekte erin­nernd. Guter Text.

* Die erschre­ckends­ten Hits der 90er
Nur zwei Zitate, um die volle Schreck­lich­keit deut­lich zu machen: „Scoo­ter sind in Ord­nung. (…) Sie wer­den noch in 30 Jah­ren Alten­heime fül­len und Sangria-Eimer lee­ren. Sie sind für die Geschichte der elek­tro­ni­schen Musik das, was die Scor­pi­ons für die des Soft-Rock sind: ehr­li­che Ver­wal­ter eines Erbes, das nie­mand antre­ten wollte.“ „Irgend­wann waren die Pro­du­zen­ten von Mr. Pre­si­dent an dem Punkt, an dem ihnen nichts mehr ein­fiel. Das war kurz bevor sie die Ver­träge mit Judith Hil­de­brandt, Daniela Haak und George Jones (der bald dar­auf durch Del­roy Renn­alls ersetzt wurde) unter­schrie­ben.“ Fan­tas­ti­scher Arti­kel. Als Teen­ager der Neun­zi­ger muss ich dazu stehen.

* Ice Sheets
Klima ändert sich im Laufe der Jahr­tau­sende. Ist so.

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Aus dem Leben

The Week In Review, 23

Lie­bes Tagebuch,

Vortrag bei der Socialbar Bonndie letzte Woche war – hust-hust-hust-schnief-Aspirin-einwerf – eher so nicht-toll. Die Hals­schmer­zen aus dem letz­ten Bericht haben viele kleine Viren­kin­der gezeugt. Ich war aller­dings doof genug, trotz­dem mon­tags noch zu arbei­ten. Das Pflicht­ge­fühl trieb mich, denn es galt, eini­ges für den nächs­ten Tag vor­zu­be­rei­ten. Außer­dem hatte ich ja abends noch die­sen klei­nen Vor­trag bei der Soci­al­bar Bonn, den wollte ich auch ungern aus­fal­len las­sen. Das Adre­na­lin ließ mich ziem­lich gut durch­hal­ten, die gan­zen Ähs schreibe ich aber trotz­dem mei­nem dicken Kopf zu. Und, äh, als ich, ääh, zuhause ankam, bra­chen dann sämt­li­che Dämme, das war nicht mehr schön.

Den Rest der Woche ver­brachte ich daher in einem fei­nen Däm­mer­zu­stand, in dem Schlaf­pha­sen unter­bro­chen wur­den von Tee­ko­chen und Aspi­rin­zu­füh­run­gen. Don­ners­tag konnte ich des­halb lei­der auch nicht den Geburts­tag der Liebs­ten im gebüh­ren­den Aus­maß fei­ern. Das hol­ten wir dann ein wenig am Wochen­ende nach bei der gro­ßen Sause in Schwie­ger­el­tern­hau­sen. Nicht die aller­beste Idee in Hin­sicht auf den Gene­sungs­pro­zess, aber defi­ni­tely worth it, wie wir Aus­tra­lier sagen.

Ein ange­neh­mer Neben­ef­fekt: Ich war, trotz Zuwei­sung des WLAN-Passwortes, 48 Stun­den so gut wie off­line. Ich bin froh, dass ich des­we­gen einige Dis­kus­sio­nen in mei­ner Fil­ter­bub­ble nur noch nach­le­sen kann. Ich rea­giere näm­lich auch nach­träg­lich noch höchst all­er­gisch auf Kom­men­tare, die so oder so ähn­lich anfan­gen: „Ich weiß genau, wie du dich fühlst! Mir geht es genauso!“ Ich hasse diese Ego­zen­triert­heit der Men­schen, wenn andere gerade ihr Herz aus­schüt­ten, auch wenn sie es gut mei­nen, und es ist rei­ner Zufall, dass die­ser Satz schon wie­der mit einem Ich ange­fan­gen hat.

Alles in allem, lie­bes Tage­buch, war die Woche trotz der High­lights ziem­lich schwach. ★★✩✩✩

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