Ich hab’s letz­ten Monat ange­kün­digt: Auf ein­mal sieht es so aus, als wür­de ich nur noch lesen. Das stimmt natür­lich auch.

📚 Gelesene Bücher

Frank Thelen: Startup-DNA

⭐️⭐️⭐️⭐️ Ich hab’s gern gele­sen, weil ich Frank The­len schon län­ger ver­fol­ge, auch schon ein­mal inter­view­en durf­te und er ganz eng mit dem digi­ta­len Bonn ver­knüpft ist, das ich ja auch beacke­re. Und weil Seve­rin Tat­ar­c­zyk, der Teil der Geschich­te ist, mir ein Exem­plar schenk­te, konn­te ich gar nicht anders, als das Buch wohl­wol­lend zu lesen.

Frank ist natür­lich eine pola­ri­sie­ren­de Figur. Ich dach­te an man­chen Stel­len auch: Da ist noch eine Men­ge Arro­ganz durch die Kor­rek­tur­le­sung durch­ge­kom­men. 

Ansons­ten kann ich vie­les nach­voll­zie­hen. Ich bin nur ein paar Jah­re jün­ger und habe des­halb vie­les mit­er­lebt, das auch ihn geprägt hat. Auch ich bin Grün­der und auch schon ein­mal geschei­tert, wenn­gleich auf einem ganz ande­ren Niveau. Und ich habe ähn­li­che Kennt­nis­se und Inter­es­sen wie Frank The­len, sieht man mal vom Skate­board­fah­ren ab.

Das ist aber nur der eine Teil des Buchs, sei­ne Bio­gra­fie. Der zwei­te ist ein Blick in die Zukunft. Er erklärt Dis­rup­ti­on und dis­rup­ti­ve Tech­no­lo­gi­en. Nichts Neu­es für mich, war aber trotz­dem gut, noch ein­mal über alles nach­zu­den­ken. Das letz­te Kapi­tel zu sei­nen poli­ti­schen Wün­schen hät­te er sich aber spa­ren kön­nen. Da scheint sei­ne CDU-Nähe doch etwas zu sehr durch.

Ins­ge­samt war das Buch eine gute, einst­wei­li­ge Lek­tü­re. Sieht man von eini­gen hand­werk­li­chen Schlam­pe­rei­en ab (Druck-, Tipp- und Recht­schreib­feh­ler), kann man das Buch jedem emp­feh­len, der sich für Tech­no­lo­gie und Star­tups inter­es­siert oder ein­fach nur mal wis­sen will, was Frank The­len von sei­nen Mit­ju­ro­ren bei „Die Höh­le der Löwen“ hält.

Elisabeth Rank: Bist du noch wach?

⭐️⭐️ Ein Buch von bemer­kens­wer­ter Seicht­heit. Die Sto­ry kann man euphe­mis­tisch als „jun­ge Frau zwi­schen zwei Lebens­pha­sen“ beschrei­ben, aber mehr steckt tat­säch­lich nicht dahin­ter. Statt­des­sen wird die inhalt­li­che Lee­re mit blu­mi­gen Sät­zen und erzwun­ge­nen Meta­phern aus­ge­stopft, die ich nur schwer ertra­gen konn­te. Ein Bei­spiel? Bit­te:

Da stand ich wie­der, und die­ses Mal rief ich Kon­rad nicht an, ich rief nie­man­den an, weil mir die Wor­te so schwer­fie­len, mei­ne Zun­ge dien­te der Angst als Tram­po­lin und war schon ganz müde. Erst als mei­ne Mut­ter nach einer Wei­le neben mir stand und mir ein paar Haar­sträh­nen aus der Stirn zupf­te, erst als ich, nicht doll, aber bestimmt genug, ihre Hand weg­schlug, merk­te ich, wie mei­ne Wan­gen spann­ten, wie fest sie waren, ich spür­te plötz­lich den Weg jeder ein­zel­nen Trä­ne als Gips­ab­druck auf mei­ner Haut.

(Mehr davon gibt es noch bei Ankes Rezen­si­on.)

Wem sol­che Stel­len gefal­len: Das gan­ze Buch ist voll davon. Als woll­te uns die Autorin zei­gen, wie toll sie for­mu­lie­ren kann, wel­che außer­ge­wöhn­li­chen Gleich­nis­se sie aus Bana­li­tä­ten erschaf­fen kann. Für mich war es eine Qual. Ich habe eigent­lich nur in der Hoff­nung auf ein ver­nünf­ti­ges Ende durch­ge­hal­ten. Nicht ein­mal das war mir aber ver­gönnt.

Christian Alt, Christian Schiffer: Angela Merkel ist Hitlers Tochter. Im Land der Verschwörungstheorien

⭐️⭐️⭐️ Das war eine sehr unter­halt­sa­me Lek­tü­re, die man schnell mal bin­gen kann. Was nicht zuletzt dar­an liegt, dass die Autoren mei­ne Alters­klas­se sind, dem­nach mei­ne Spra­che spre­chen (zum Bei­spiel „bin­gen“ schrei­ben) und ich alle Anspie­lun­gen und Kul­tur­ver­wei­se ver­ste­he – von Alf bis Mad TV. Viel Neu­es habe ich aller­dings nicht erfah­ren und an eini­gen Stel­len kommt mir das Buch unnö­tig auf­ge­plus­tert vor. Aber wie gesagt, es hat Spaß gemacht.

Steven King: Finderlohn

⭐️⭐️⭐️ Ein durch­schnitt­li­cher, nicht der bes­te King. Ist halt auch ein typi­scher zwei­ter Teil einer Tri­lo­gie. Ich bin gespannt, wie der letz­te Teil aus­geht, der sich im letz­ten Kapi­tel schon andeu­tet.

📺 Beendete Serienstaffeln

Star Trek: Discovery (Staffel 1)

⭐️⭐️⭐️⭐️ Die­ses Star-Trek-Universum hat nur in den Grund­zü­gen was mit der hei­len Welt von frü­he­ren Seri­en zu tun. Es ist mensch­li­cher, aller­dings auf die schlech­te Art: Die Föde­ra­ti­on führt Krieg gegen die Klin­go­nen und nimmt es dabei mit den hohen Prin­zi­pi­en der Pla­ne­ten­ver­ei­ni­gung nicht immer ganz so genau. Ich fin­de das gut, es ist ein­fach rea­lis­ti­scher. Das hat mir auch bei The Expan­se so gut gefal­len. Was außer­dem anders ist: Die Fol­gen sind nicht mehr in sich abge­schlos­sen, die Geschich­te wird ganz modern über die gesam­te Staf­fel erzählt; mit ein, zwei Abzwei­gun­gen aller­dings. Ins­ge­samt habe ich die 15 Fol­gen ger­ne gese­hen und bin gespannt, wie es in der hof­fent­lich kom­men­den Staf­fel wei­ter­ge­hen wird.

Ozark (Staffel 3)

⭐️⭐️⭐️ Ja, passt schon, die Serie ist stel­len­wei­se ganz span­nend, hat aber auch ihre Län­gen.

Seinfeld (Staffel 6)

⭐️⭐️⭐️ Ich habe manch­mal gelacht.

🎞 Gesehene Filme

Bohemian Rhapsody

⭐️⭐️⭐️⭐️ Zwei Stun­den Queen, das allei­ne ist doch schon schön. Die schau­spie­le­ri­sche Leis­tung steht auch außer Fra­ge; gera­de von Rami Malek, den ich schon bei Mr. Robot super fand. Natür­lich ist das kei­ne unver­fälsch­te Bio­gra­fie, die da gezeigt wird, aber ich beschäf­ti­ge mich lan­ge genug mit Queen, um behaup­ten zu kön­nen, dass da schon vie­les nicht ganz unrich­tig war. – Und hey, Rand­no­tiz, ich war mal wie­der im Kino. In einem rich­ti­gen Kino, mit Pop­corn und allem!

Es (2017)

⭐️⭐️⭐️⭐️ Ich fühl­te mich gut unter­hal­ten von der Neu­auf­la­ge. So rich­tig gru­se­lig ist Es heu­te natür­lich nicht mehr, wenn­gleich die moder­ne Trick­tech­nik schon tol­le Sachen kann. Und die­se Herz­schmerz­sa­chen, waren die im Ori­gi­nal auch? Ich muss den Film wohl noch­mal sehen.


Legen­de:
⭐ Grau­en­haft, nicht zu ertra­gen
⭐⭐ Ich habe durch­ge­hal­ten
⭐⭐⭐ Soli­der Durch­schnitt
⭐⭐⭐⭐ Sehr gut, zu emp­feh­len
⭐⭐⭐⭐⭐ Außer­ge­wöhn­li­che Spit­zen­klas­se


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