10. Mai 1990: Das Taschenrechner-Orakel

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Ich bin zehn Jah­re alt und beherr­sche nicht nur den Gebrauch eines her­kömm­li­chen Taschen­rech­ners, son­dern bin auch begeis­ter­ter Leser der Micky-Maus-Hefte. Dort gibt es auch eine Rubrik mit Zahl­entricks.

Ich gebe ver­kürzt wie­der:

Nenn mir eine belie­bi­ge Zahl und mein Taschenrechner-Orakel ver­rät dir, was du bist!“ Das Ergeb­nis ist immer 7353. Und dann drehst du den Taschen­rech­ner um und zeigst dei­nem „Opfer“, was das Ora­kel geweis­sagt hat.

Die 10 magi­schen Schrit­te:

1. Zahl ein­ge­ben
2. ×10
3. +100
4. ÷5
5. +100
6. ÷2
7. +3567
8. −die ange­ge­be­ne Zahl
9. ×2
10. +99

Ich bin fas­zi­niert, es funk­tio­niert tat­säch­lich immer. Mei­ne Klas­sen­ka­me­ra­den sind beein­druckt von mei­nen mathe­ma­ti­schen Fähig­kei­ten. Erst spä­ter wer­de ich mer­ken, dass der Trick gar nicht mal so trick­reich ist. Schnel­ler – aber weni­ger spek­ta­ku­lär – wäre es, ein­fach die Zif­fern 7353 in den Taschen­rech­ner ein­zu­tip­pen.

(Eine Anmer­kung aus der Zukunft im Jahr 2019: Die Zif­fern­fol­ge 7353 ergibt auf einer Sie­ben­seg­ment­an­zei­ge kopf­über das Wort „ESEL“. Der „Zahl­entrick“ funk­tio­niert nur, weil dama­li­ge Taschen­rech­ner jeden Rechen­schritt ein­zeln aus­führ­ten und des­halb nicht Punkt-vor-Strich-Regelungen beach­te­ten.)

Die­ser Bei­trag erschien zuerst im Tech­nik­ta­ge­buch.

* * *

Ende des Tex­tes. Bit­te wer­fen Sie eine Mün­ze ein!

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