For­tu­na Düs­sel­dorf ist nach einem 2:1 in Ber­lin und dem 2:2 im Rück­spiel in die Bun­des­li­ga auf­ge­stie­gen. Die Her­tha aus Ber­lin muss den Weg in Liga 2 antre­ten. Damit hat sich die unter­klas­si­ge Mann­schaft gegen die ober­klas­si­ge durch­ge­setzt. So wie schon ges­tern Jahn Regens­burg den Auf­stieg aus der Drit­ten Liga per­fekt gemacht hat.

An bei­de Mann­schaf­ten mei­ne Glückwünsche.

Wir müs­sen aber auch mal über die Begleit­um­stän­de reden. In Karls­ru­he kam es in der Nacht nach dem Abstieg zu Aus­schrei­tun­gen. Und was am ver­gan­ge­nen Tag in Düs­sel­dorf los war, spot­tet jeder Beschrei­bung. Wäh­rend des Spiels kam es schon zu einer drei Minu­ten lan­gen Unter­bre­chung, als Idio­ten aus dem Hertha-Block Ben­ga­los auf das Spiel­feld war­fen. Ich fra­ge mich, wie die­se Mas­sen an Feu­er­werk in das Sta­di­on geschleust wer­den konn­ten. Wur­den die Zuschau­er über­haupt kontrolliert?

Schlimm genug, dass die Hertha-„Fans“ sich als untaug­lich für Liga 1 emp­fah­len. Dass der Auf­stei­ger aber auch mehr als deut­lich zeig­te, dass er extre­men Nach­hol­be­darf in Sachen „Fans“ hat, muss­te ja nun auch nicht sein. Nach fünf­ein­halb der ange­zeig­ten sie­ben (!) Minu­ten Nach­spiel­zeit stürm­ten hun­der­te Düs­sel­dor­fer das Spiel­feld. Sie glaub­ten wohl (Weis­heit der Mas­se), das Spiel wäre vor­bei. War es aber nicht. Es ging erst zwan­zig Minu­ten spä­ter wei­ter, nach­dem es den Ord­nern und der Poli­zei mit Mühe und Not gelang, wie­der alle Bescheu­er­ten hin­ter die Ban­de zu bekommen.

Was für eine Idio­tie. Düs­sel­dorf war zu die­sem Zeit­punkt noch nicht auf­ge­stie­gen und wäre das Spiel kom­plett abge­bro­chen wor­den – wer weiß, was dann alles pas­siert wäre. Bei allem Ver­ständ­nis der über­ko­chen­den Freu­de über den Auf­stieg – das Ein­zi­ge, was die Platz­stür­mer und Rasen­klau­er bewirkt haben, ist die Anfech­tung des Spiels durch Her­tha BSC.

Ich erwar­te nicht, dass sich am Ergeb­nis noch ein­mal etwas ändert. Die Her­tha hat es sich in der Rück­run­de selbst ein­ge­brockt und auch mit der eige­nen Anhän­ger­schar kein For­mat bewie­sen. Da hilft nun auch kein Lamen­tie­ren mehr. Den­noch mein volls­tes Ver­ständ­nis, dass man nun nach dem letz­ten aller Stroh­hal­me greift.

Was ich nun von der DFL erwar­te: For­tu­na Düs­sel­dorf hart zu bestra­fen. Erst heu­te wur­den meh­re­re Geld­stra­fen gegen Ver­ei­ne ver­hängt, unter ande­rem 3000 Euro gegen den Club, weil mal kurz ein Flit­zer auf dem Feld war. Wenn wir die­ses Straf­maß hoch­rech­nen auf die Zeit und die Anzahl der Düs­sel­dor­fer, die auf dem Spiel­feld waren, müss­te die For­tu­na ein paar Mal die Cham­pions League gewin­nen, um die Schul­den abzutragen.

Eines wird der gest­ri­ge Abend auf jeden Fall bewirkt haben: Alle Ver­su­che, alle Rhe­to­rik über die Selbst­hei­lungs­kräf­te der Kur­ven sind dahin. Jetzt wird von außen durch­ge­grif­fen. Wie auch immer das dann aus­se­hen wird.

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